+
Der Martinsumzug des Stadtmarketings ist schon Geschichte.

Innenstadt

Diskussion ums "Laternenfest": Jetzt äußern sich die Kirchenvertreter mit klaren Worten

  • schließen

Die Buchhandlung „Bücherinsel“ plant ein „Laternenfest“ am Mittwoch, 13. November.  Die Resonanz ist groß, viele wollen dabei sein. Aber es gibt auch Kritik.

Update, 18. Oktober, 17.05 Uhr

Nun äußern sich die Kirchenvertreter

Holger Möllenhoff, evangelischer Pfarrer, hält von den Argumenten der Laternenfest-Gegner nichts und hat auch Zweifel, wie gut diejenigen, die sich da kritisch äußern, die historische Person St. Martin wirklich kennen. Denn es gibt die bekannte Legende um die Mantelteilung, aber auch den „echten“ Martin, der gegen seinen Willen Soldat habe werden müssen – ein hochaktuelles Thema, das freilich in der angeblich zu bewahrenden Martins-Tradition keine Rolle spielt. Was eine vermeintliche Vereinnahmung einer christlichen Tradition für weltliche Veranstaltungen angeht, da solle man sich als Christ zurückhalten, sagt Möllenhoff.

Mit dem katholischen Pastoralreferenten Johannes Linke ist sich Möllenhoff einig: Es komme auf die persönliche Einstellung an. Wenn man es als schön empfinde, dass durch ein Laternenfest Licht in die Welt gebracht wird, dann sei dagegen doch nichts zu sagen.

Was wir zunächst berichteten:

Ab 17.30 Uhr soll es am 13. November einen „Laternenlauf“ geben, der von drei Treffpunkten aus startet: der Marienkirche, der Dreifaltigkeitskirche und dem Sportzentrum Nord. Ab 18 Uhr soll dann auf dem Marktplatz gefeiert werden, „mit verschiedenen Ständen und winterlichen Angeboten“, wie es heißt. Und die Resonanz ist wiederum enorm: Kitas, das Mütterzentrum, „Heimatklänge“, der THG-Chor und die Musikschule als musikalische Begleitung – die Zahl derer, die sich beteiligen wollen, ist groß. Es gibt nur noch vier freie Stand-Plätze. Eine Gebühr für die Stände wird nicht erhoben, die Einnahmen dürfen die jeweiligen Gruppen behalten, sagt Tamara Peuker-Köhler, die bei der „Bücherinsel“, die zehnjähriges Bestehen feiert, für die Organisation mitverantwortlich ist. Es gehe einfach darum, für die Kinder etwas zu bieten. „Zwar feiern die einzelnen Einrichtungen für sich St. Martin, aber es gibt keine große, gemeinsame Veranstaltung.“ 

Religiöser Aspekt wird nur "gestreift"

Bewusst ist hier nicht von einem Martinsfest die Rede, weil es offen sein soll für Kinder anderer Glaubensrichtungen, und der religiöse Aspekt werde auch nur „gestreift“. Einen vorausreitenden Martin wird es nicht geben. Das sehen neben viel Zuspruch und „Daumen rauf“ auch einige Kommentatoren in sozialen Netzwerken kritisch: Es sei „einfach nur schrecklich“, wie traditionelle Feste und Bräuche „umbenannt“ würden. Andere halten entgegen, die Martins-Tradition zu pflegen, sei auch gar nicht der Haupt-Anspruch dieses Festes. Es sei schlicht ein buntes Lichterfest für die Kinder.

Den Martinsumzug des Stadtmarketings gibt es nicht mehr.

In Oer-Erkenschwick gestaltet sich die Suche nach einem Pferd und einem Reiter oder einer Reiterin für einen Martinsumzug schwierig.

Mehr zu diesem Thema und einen Kommentar lesen Sie am Freitag, 18. Oktober, in Ihrer Tageszeitung und im E-Paper.


Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Meistgelesen

Bahnstrecke in Recklinghausen für zehn Tage gesperrt - was Bahnkunden wissen müssen
Bahnstrecke in Recklinghausen für zehn Tage gesperrt - was Bahnkunden wissen müssen
Närrisches Geheimnis ist endlich gelüftet - das ist das neue Prinzenpaar der Stadt Oer-Erkenschwick
Närrisches Geheimnis ist endlich gelüftet - das ist das neue Prinzenpaar der Stadt Oer-Erkenschwick
3:1 gegen Hillerheide:  Kreisliga-Spitzenreiter Genclikspor marschiert
3:1 gegen Hillerheide:  Kreisliga-Spitzenreiter Genclikspor marschiert
In der Innenstadt fliegen die Fäuste - die Polizei nimmt zwei Jugendliche fest
In der Innenstadt fliegen die Fäuste - die Polizei nimmt zwei Jugendliche fest
Ekel-Fund am Kanal in Datteln: Spaziergänger entdecken eine Plastiktüte - der Inhalt schockiert
Ekel-Fund am Kanal in Datteln: Spaziergänger entdecken eine Plastiktüte - der Inhalt schockiert

Kommentare