Ein Mähdrescher fährt durch ein Maisfeld nahe der Straße „Im Knäppen“ im Waltroper Osten
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Auf dem Feld nahe der Straße „Im Knäppen“ im Waltroper Osten war am jetzt Mais-Ernte angesagt.

Ackerbau

In Waltrop wird der Mais geerntet - jetzt ist das Futter für die Schweine dran

  • Tamina Forytta
    vonTamina Forytta
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Sie sehen schon ein wenig struppig aus, die Maispflanzen auf den Feldern rund um Waltrop. Für Landwirte sieht er allerdings genau richtig aus - Zeit für die Ernte!

So mancher hat sicher schon mal gezuckt, wenn er an einem Maisfeld entlanggelaufen ist: Jetzt einen Kolben pflücken - lecker! Von wegen lecker: Der Mais, der auf den Feldern in Waltrop und Umgebung wächst, ist in den allermeisten Fällen Futtermais und schmeckt eher mehlig als delikat.

Update, 1.10.: Vor einigen Tagen war der Mais dran, der Futter fürs Rindvieh wird - jetzt werden die gelben Power-Körner geerntet, die später Schweine verspeisen. Landwirt Sebastian Zimmer erklärt, er sei ganz zufrieden mit der Körnermais-Ernte - vor allem angesichts der Tatsache, dass das Frühjahr so trocken war. Auf dem Feld nahe der Straße „Im Knäppen“ an der Stadtgrenze zu Brambauer „futterte“ sich am Donnerstag (1.10.) der Mähdrescher durch die Maispflanzen-Reihen. Die Kolben werden später zum sogenannten Corn-Cob-Mix verarbeitet - Schweine lieben ihn.

Corn-Cob-Mix aus Waltrop als Schweinefutter

Während millionenfach die Maiskörner aus dem Tank des Mähdreschers in den bereitstehenden Anhänger geleert rieseln, hat sich Landwirt Sebastian Zimmer ein Tütchen Maiskörner aushändigen lassen. Er hat ein kleines Handgerät dabei, mit dem er den Feuchtigkeitsgehalt der Maiskörner noch vor Ort misst.

Ein Mähdrescher fährt durch die Maispflanzen-Reihen auf dem Feld nahe der Straße „Im Knäppen“ in Waltrop.

Mindestens 35 Prozent Trockensubstanz sollte der Mais schon haben. Auf 37 Hektar Land hätten sie in diesem Jahr Mais angebaut, sagt Sebastian Zimmer. Bis zu 17 Tonnen Mais pro Hektar ist die „Ausbeute“.

Martin Sißmann und sein Vater Willi bauen den Mais als Futter für ihr Rindvieh an.

Das sehen allerdings die Kühe und Rinder auf dem Hof Sißmann anders: Für sie ist der Mais gedacht, den Landwirt Martin Sißmann mit seinen Mitarbeitern in diesen Tagen von den Feldern holt. Auf 52 Hektar haben die Sißmanns in diesem Jahr Futtermais angebaut, auf eigenen und gepachteten Flächen. Und sie müssen sogar noch etwas Mais dazukaufen, um ihr Rindvieh satt zu bekommen.

Hänger-Ladung für Hänger-Ladung rollte vom Feld in Waltrops Bauerschaft Leveringhausen.

Doch, sie seien im Schnitt zufrieden mit dem Mais, sagen Martin Sißmann und sein Vater Willi. Aber: Einige Spuren, die von Wildschweinen stammen könnten, die sich im Maisfeld den Bauch vollgeschlagen haben, hat Martin Sißmann vom Trecker aus gesehen. So schlimm ist der Schaden aber nicht.

Schädlinge ließen den Waltroper Mais bislang in Ruhe

Auch Schädlinge wie der Maiswurzelbohrer oder der Maiszünsler - er stammt aus der gleichen biologischen Familie wie der Buchsbaumzünsler - haben Sißmanns Mais bislang in Ruhe gelassen. „Eigentlich hat der Mais nur einen großen Gegner, und das ist ein trockenes Frühjahr“, sagt Martin Sißmann. Für den Bedarf auf dem Hof Sißmann im Süden von Waltrop wird die komplette Pflanze gehäckselt und kommt ins Silo. Soll aus dem Mais Schweinefutter werden, so wird nur der Kolben verwendet. In dem stecke übrigens 95 Prozent der Energie der Maispflanze, erklärt Willi Sißmann. Eine echte Power-Pflanze!

Mit seinem „Gebiss“ frisst sich der Feldhäcksler durch die Mais-Reihen auf dem Feld nahe der Viktorstraße.

Nach der Mais-Ernte ist vor der Gras-Klee-Aussaat - die EU-Greening-Regeln wollen es so. Das Greening hat zum Ziel, Grünland und die Vielfalt bei Feldfrüchten zu erhalten. Landwirte können zum Beispiel, um die Greening-Vorgaben zu erfüllen, Teile der Ackerflächen brach liegen lassen. Oder sie pflanzen eben Grünes wie Klee und Gras auf einen gewissen Flächenanteil. Die Landwirtschaftskammer kontrolliert, ob das auch geschieht. Und ein bisschen Eile ist geboten: Bis zum 30. September muss die Saat in der Erde sein.

Bärbel Höhn war kürzlich zu Besuch in Waltrop

Die Waltroper Landwirtschaft hat übrigens vor Kurzem auch die ehemalige NRW-Umweltministerin Bärbel Höhn interessiert.

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