Friseurin Karin Streit trägt  einen Gesichtsschutzschirm.
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Friseurin Karin Streit trägt  einen Gesichtsschutzschirm.

Betroffene berichten

Maskenpflicht den ganzen Tag: In einigen Branchen ist das schon immer Alltag

Mancher beklagt sich schon über die Maskenpflicht im Supermarkt. Aber wie ergeht es Menschen, die sie berufsbedingt den ganzen Tag über tragen müssen? 

  • In einigen Berufen – etwa bei Zahntechnikern und anderen Berufen im Gesundheitswesen – herrscht schon immer Maskenpflicht bei gewissen Tätigkeiten.
  •  In vielen ist sie jedoch neu und gilt erst seit Beginn der entsprechenden Corona-Auflagen. 
  • Wie geht man damit um? Was ändert sich für Dienstleister und ihre Kundschaft? 

In Sonja Linkes Kosmetikinstitut und Praxis für Podologie inOer-Erkenschwick herrscht seit jeher Maskenpflicht bei der podologischen Behandlung. Hohe Hygienemaßnahmen sind in der Podologie – die übrigens nicht mit der Fußpflege verwechselt werden darf – Vorschrift. „Wir tragen gewöhnliche Mund- und Nasenschutzmasken und bei bestimmten Kriterien wie Fußpilz auch FFP2-Masken“, erläutert die Eigentümerin. „Regelmäßige Desinfektion von allen regelmäßig genutzten Flächen und Utensilien ist bei uns völlig selbstverständlich. Allerdings hat sich der Hygieneaufwand aufgrund von Corona stark vergrößert: Nun müssen zum Beispiel mindestens alle zwei Stunden sämtliche Türklinken, Stühle etc. desinfiziert werden.“ Zudem müssen sich auch die Patienten sowohl desinfizieren als auch identifizieren. Das Masketragen selbst ist für Sonja Linke schon lange Gewohnheit geworden, eine Selbstverständlichkeit, die ihr keinerlei Unbehagen bereitet. Ihre Kundschaft freut sich jedoch jedes Mal, wenn hinter den Acrylglas-Scheiben bei der Behandlung die Maske abgenommen werden darf.

Datteln: Autoloackierer muss Maske tragen

 Obwohl es sie bei der Arbeit gar nicht stört, ist das Masketragen im Alltag aber selbst für Sonja Linke nicht angenehm. Sie geht schon seltener einkaufen und achtet darauf, nicht zu Stoßzeiten in Supermärkte zu gehen. „Aber Sicherheit hat nunmal Vorrang, man muss sich selbst und andere schützen.“ Eine weitere Tätigkeit, bei der Atemschutzmasken schon immer dazugehören, ist die Autolackiererei. „Wir tragen bei der Arbeit Atemschutzmasken mit Kohlefiltern zum Schutz vor Gas und Staub,“ erklärt Cemil Uzun von der Autolackiererei T & C GmbH aus Datteln - wo jetzt ein Tief fliegendes Flugzeug für erschrockene Anwohner sorgte. Es werde allerdings mit der Zeit keineswegs angenehmer. „Mittlerweile vermeiden wir, uns mit Kunden im Büro aufzuhalten, damit man nicht auch dort Maske tragen muss. Aber nicht alles kann man leicht draußen besprechen, manchmal geht es nicht anders.“ Dass nun auch beim Einkaufen Maskenpflicht herrscht, empfindet Cemil Uzun als notwendiges Übel, aber nichtsdestotrotz als Übel. „Ich bin abends froh, wenn ich nach Feierabend keine Maske mehr tragen muss,“ gesteht er. 

Waltrop: Brille beschlägt und es juckt

In vielen anderen Tätigkeitsfeldern gehört das Masketragenerst seit Kurzem dazu. Die Friseurinnen Karin Streit, Katja Märder und Elli Wiemann berichten von ihren Erfahrungen im Waltroper Friseursalon „Hair Lounge“. Die drei müssen ihren Mund- und Nasenschutz innerhalb des Salons den ganzen Tag lang tragen. Selbst wenn der Mindestabstand zur Kundschaft und untereinander gewährleistet ist, darf die Maske nicht abgenommen werden. „Das ist schon echt anstrengend. Man hat das Gefühl, nicht vernünftig atmen zu können, die Brille beschlägt, es juckt. Spätestens beim Haareföhnen wird es dann auch noch unangenehm warm.“ Katja Märder und Elli Wiemann tragen gewöhnliche Masken, Karin Streit hingegen hat einen Gesichtsschutzschirm. Durch den kriegt man zwar besser Luft, allerdings erleichtern die darin gespiegelten Lichtreflexe nicht unbedingt die Arbeit im Friseursalon. „Auch für die Kundschaft ist es natürlich unangenehm“, weiß Katja Märder. „Wenn wir hinter den Ohren schneiden oder färben, müssen sie ihre Masken festhalten.

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