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Milchpreis

Corona-Folgen

Die Milch-Menge jetzt drosseln? Das sagen unsere Landwirte

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  • Jörg Müller
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Für deutsche Milchprodukte brechen in der Corona-Krise wichtige Exportmärkte weg. Eigentlich müsste man die Milch-Menge drosseln, um den Preis zu stabilisieren. Was sagen Ostvest-Landwirte?

  • Derzeit steigt die Produktion eher, und die Weidesaison beginnt erst. 
  • Ist die mit Subventionen honorierte Einlagerung von Magermilchpulver eine Lösung, um zu große Milchmengen eine Zeit lang dem Markt zu entziehen?
  • Wir sprachen mit Ostvest-Landwirten über das Problem.
  • Martin Sißmann, Junior-Chef des landwirtschaftlichen Betriebes auf dem Abdinghof in Waltrop, sagt, würde man Milchpulver einlagern, sei es ja nur auf Zeit dem Markt entzogen. „Das sorgt vielleicht kurzfristig für weniger Schwankungen beim Preis, aber irgendwann kommt es ja nach dem Ende der Krise doch auf den Markt.“ Generell sei die Corona-Zeit eine Phase großer Unsicherheit für die Milchbauern, wenn es auch bisher noch keine Anzeichen für einen ganz großen Preisverfall gebe. Und eine Reduzierung der Milchmenge zur Preisstabilisierung, wie es nun vorgeschlagen wird? „Wer soll denn da Vorgaben machen?“ Nein, das werde der Markt am Ende richten müssen.

    Molkerei stellt auf Kleingebinde um

    Von der Molkerei, die Sißmanns beliefern, hat auch er gehört, dass der Export in Länder wie China zurzeit schwächelt. Zugleich verlagert sich die Milch-Nachfrage auf dem heimischen Markt in die Supermärkte: Weil mehr Menschen zurzeit zu Hause sind, stellt die Molkerei von Großgebinden für Mensen und Kantinen auf mehr kleine Packungen für private Käufer um. „Und die müssen dann bei Aldi durchs Regal.“ Zwei gegensätzliche Konsequenzen hat die Corona-Krise für den Waltroper Hof Billmann, einen Familienbetrieb in der 15. Generation mit 60 Milchkühen. Einerseits wächst die Nachfrage nach der direkt vermarkteten Milch, die in vielen Städten des Ruhrgebiets in den Supermarktregalen steht. Andererseits haben bekanntlich Restaurant und Cafés zurzeit geschlossen, die Billmanns ebenfalls beliefern. Dieser Umsatz fällt jetzt weg, doch das zusätzliche Geschäft im Einzelhandel kompensiere das zurzeit, heißt es bei Billmanns.

    Datteln: Milchbauer "bräuchte 40 Cent"

    33 Cent bekommt Wilhelm Schulte-Hubbert, derletzte Dattelner Milchbauer, ungefähr für einen Liter seiner Milch. Knapp 60 Milchkühe sorgen dafür, dass er im Jahr etwa 200.000 Liter produzieren kann. „Wir haben langlebige und ertragreiche Tiere“, sagt Schulte-Hubbert. Um seine Produktionskosten zu decken und gleichzeitig mit seiner Familie zu überleben, bräuchte der Dattelner aber knapp 40 Cent für seine Milch, sagt er. Schulte-Hubbert hatte sich jünst auch an Protesten am Aldi-Zentrallager beteilgt.

    Oer-Erkenschwick: Ortslandwirt noch gelassen

    Oer-Erkenschwicks Ortslandwirt Stefan Uhlenbrock bleibt in Sachen Milchpreis (noch) gelassen. „Die Milch meiner 16 Kühe bekommt die Molkerei DMK in Everswinkel. Für Mai sind die Milchpreise leicht gesenkt worden. Wir bekommen 32 Cent pro Kilogramm bei einem vierprozentigen Fettanteil und 3,4 Prozent Eiweiß“, sagt Uhlenbrock. Die von den Molkereien in Deutschland gezahlten Preise seien unterschiedlich. „Wenn eine Molkerei bislang ausschließlich auf den Export gesetzt hat, dann hat sie jetzt Schwierigkeiten“, erklärt Uhlenbrock.

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