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Mr. Brown fühlt sich wieder wohl im Wasser. Reinhard Hasig ist erleichtert.

Nach der Wasser-Rettung

"Mr. Brown" hat den Schock überwunden - der 50-Kilo-Rüde schwimmt schon wieder

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Berner-Sennenhund "Mr. Brown" hatte in der vergangenen Woche ein Schock-Erlebnis. Der Rüde war gestolpert und in den Kanal gestürzt. Sein "Gassi-Geher" sprang hinterher. Wie es beiden heute geht?

Der größte Schwimmer vor dem Herrn ist „Mr. Brown“ noch nie gewesen – und dann auch noch das: Am Dienstag vergangener Woche war der dreijährige Berner-Sennenhund auf Höhe des Kapellenwegs in den Dortmund-Ems-Kanal gefallen.

„Er ist direkt an der Spundwand in ein Loch getreten“, erzählt Reinhard Hasig rückblickend. Hasig ist sozusagen Mr. Browns Hundesitter, geht mit ihm jeden Tag Gassi. Als seine Fellnase von einem Moment auf den anderen in Not geriet, zögerte der 73-Jährige nicht und sprang sofort hinterher.

Wenn der Rettungsinstinkt überwiegt

„Ich hab nur mein Handy und den Autoschlüssel aus den Taschen genommen und bin rein“, erzählt Reinhard Hasig. Dass er vorher besser einen Notruf (Feuerwehr Tel.: 112) hätte absetzen sollen, die Erkenntnis hat er inzwischen auch gewonnen. Doch in Anbetracht der semi-guten Schwimmfähigkeiten des Berner-Sennenhundes und der Schock-Situation – Mr. Brown war komplett unter Wasser – gewann eben der Rettungsinstinkt des Rentners die Oberhand. Eine menschliche Reaktion, doch dann fing der Schlamassel erst richtig an. 

Mit Hund die Leiter hoch? Aussichtslos...

Denn Mr. Brown, der trocken schon satte 50 Kilo auf die Waage bringt, einfach so über die Spundwand-Leiter an Land zu schaffen, diese Idee scheiterte schon im Ansatz. „Mit 20 hätte ich das ja vielleicht noch geschafft“, mutmaßt Hasig. Als guter Fußballer, unter anderem in Diensten des VfB und Teutonias, war „Hoppel“ – Hasigs Spitzname – ziemlich fit. Doch das ist ja nun auch schon ein paar Jahrzehnte her. „Als ich an der Leiter war, hab ich es versucht. Er war auch schon zweimal auf meinen Schultern“, erzählt der 73-Jährige. Es blieb allerdings bei dem Versuch. Mr. Brown nass und zappelnd die Leiter hochzutragen – aussichtslos.

Das Dilemma verschärfte sich noch

Das Dilemma verschärfte sich durch zwei unglückliche Umstände: Zum einen kam ein Schiff vorbei, dessen Sog Mr. Brown abtreiben ließ. „Da hat er schon jede Menge Kraft vergeudet“, sagt Hasig. Als er seinen Vierbeiner dann einigermaßen sicher an der Spundwand-Leiter halten konnte, hatte die zwei dummerweise niemand mehr gesehen. „Da sind ja schon Leute lang gefahren. Die haben mich aber nicht gehört oder wahrgenommen“, erzählt der Rentner. Ein Radfahrer hatte ihn dann aber doch gehört, angehalten und die Feuerwehr alarmiert. Da seien allerdings schon 40 Minuten vergangen gewesen, schätzt Reinhard Hasig.

Mr. Brown war platt und geschockt

In der Zwischenzeit hatte der 73-Jährige überlegt, auf die andere Kanalseite zu schwimmen. Dort waren Steine statt Spundwand, Mr. Brown hätte also von selbst aus dem Kanal kraxeln können. „Aber ich hab gemerkt, dass er platt war und unter Schock stand. Und hätte er in der Mitte nicht mehr gekonnt, hätte ich ihm nicht mehr helfen können“, sagt Hasig. So entschied er sich, auszuharren und auf Hilfe zu warten. Die kam dann auch. Die Feuerwehr rettete beide aus dem Wasser.

Nächster Tag - zurück zum Kanal

Was bei Reinhard Hasig blieb, waren ein paar Schnittwunden am Körper, die panisch strampelnde Hundepfötchen hinterlassen hatten. Und die Befürchtung, dass Mr. Brown jetzt womöglich Angst vor dem Wasser oder dem Kanal haben könnte. „Deshalb bin ich direkt am nächsten Tag wieder hin mit ihm.“ Diesmal allerdings an eine Stelle, wo Mr. Brown gut rein und wieder raus kam. Was dann geschah, erleichterte Reinhard Hasig. Von Angst keine Spur bei seinem großen Berner-Sennenhund. Im Gegenteil. „Er wollte direkt ins Wasser. Er hat den Schock auf jeden Fall überwunden“, stellt Reinhard Hasig fest. Wenn da mal nicht jemand seine Leidenschaft fürs Schwimmen entdeckt hat – wenn auch über einen kleinen Umweg...

Das hatten wir zunächst berichtet.

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