Fassade der Realschule in Waltrop
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Die Realschule in Waltrop ist Europaschule mit Courage. Die Gewalttat eines Mitschülers wird hier thematisiert.

Messer-Angriff auf dem Marktplatz

Nach der Gewalttat: Schulleiterin: „Nehmen Sorgen von Eltern und Kindern sehr ernst“

  • Jörn Tüffers
    vonJörn Tüffers
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  • Silvia Seimetz
    Silvia Seimetz
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Nach dem Messer-Angriff auf dem Marktplatz in Waltrop sind die Ursachen zu klären. Eine wichtige Frage: Warum sticht ein Kind zu?

  • Die Messer-Attacke eines Kindes (13) in Waltrop hat hohe Wellen geschlagen.
  • Ein Experte schildert, wieso es schon so früh zu Gewalttaten kommen kann.
  • Computerspiele und Gewaltvorbilder (u.a.) können schlechten Einfluss haben.

Mit diesem traurigen Vorfall ist Waltrop bundesweit in die Schlagzeilen gekommen: Bei einem Streit unter mehreren Jugendlichen zieht ein 13-jähriger Realschüler aus Waltrop ein Messer hervor und sticht zu.

Brief an Eltern aus der betroffenen Klasse

Update 14. September: Auch an der Realschule selbst war und ist der Vorfall ein Thema unter Kindern, Jugendlichen, Eltern und Lehrern - auch wenn sich die Messer-Attacke selbst gar nicht an der Realschule ereignet hat. „Wir nehmen die Sorgen und Ängste von Eltern und Kindern sehr ernst“, betont Schulleiterin Elisabeth Dahlhues. In einem Brief hat die Schulleitung die Eltern aus der betroffenen Klasse über den Austausch mit Behörden und Bezirksregierung informiert. Die Schüler könnten sich jederzeit den Lehrern anvertrauen. „Wir vermitteln an unserer Schule, dass wir Mobbing, Beleidigung und jede Form von Gewalt nicht dulden“, so Elisabeth Dahlhues: „Erste Ansprechpartner sind die Klassenlehrer, die Schulsozialarbeiter sind auch beteiligt. Wir sind auf einem guten Weg.“ In der Schulpflegschaftssitzung sei der Vorfall ebenfalls thematisiert und sehr sachlich besprochen worden.

Der 13-jährige Waltroper ist noch nicht strafmündig

Der junge Waltroper wird sich indes vor keinem Gericht verantworten müssen. Denn mit 13 Jahren ist er noch nicht strafmündig. Wie mit dem jungen Täter weiter verfahren wird, darüber wollen und dürfen weder die Schule noch das Jugendamt Auskunft geben. Aus Kreisen der Elternschaft heißt es, der Junge habe in der Schule regelmäßig ein Messer bei sich geführt.

Auf dem Raiffeisenplatz kam es zum Streit unter Jugendlichen. Ein 13-Jähriger zückte ein Messer.

Das hatten wir zuerst berichtet (4. September): Nach Erfahrungen von Prof. Christian Pfeiffer gibt es Heranwachsende, die ihre Identität als Macho ständig beweisen müssten. Sie agierten dafür brutal und kaltherzig, sagt der Direktor des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen (KFN) in Hannover im Gespräch mit unserer Redaktion. Diese Täter bräuchten Zuschauer: „Wenn es keine Gegner gibt, werden Konflikte provoziert – am liebsten mit der Waffe in der Hand.“

Oft gibt es einen sozialen Hintergrund

Die Ursache sieht er vor allem im sozialen Hintergrund. Die Jugendlichen seien geprägt von innerfamiliärer Gewalt, hoher Akzeptanz der Macho-Kultur, männlichen Gewaltvorbildern aus Filmen und Computerspielen. Auch eine mangelnde Leistungsbasis, die das Selbstvertrauen stärken könnte, fördere das Gewaltpotenzial – etwa schulische Misserfolge.

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