Postbote Richard Bobzien hatte gestern seine letzte Schicht.
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Postbote Richard Bobzien hatte gestern seine letzte Schicht.

Abschied in den Ruhestand

Nach fast 50 Jahren dreht Postbote Richard Bobzien seine letzte Runde durch die Siedlung

  • Silvia Seimetz
    vonSilvia Seimetz
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Er geht mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Viele Waltroper sind traurig, ihren Briefträger nicht mehr zu sehen. Für Richard Bobzien beginnt nun ein neuer Lebensabschnitt. 

  • Die Mutter brachte ihn in den Traumberuf.
  • Dadurch fand Richard Bobzien auch die große Liebe.
  • Die Bezirke wurden größer, dafür gab es dann ein Pedelec

Abschied in Zeiten von Corona: Statt inniger Umarmungen gab es von Kolleginnen ein Winken aus gebührendem Abstand. Dabei war Richard Bobzien fast 50 Jahre für die Deutsche Post im Einsatz. Am Freitag fuhr er seine letzte Runde auf dem Dienstrad. Normalerweise hätten wir Richard Bobzien bei dieser Tour sehr gern persönlich begleitet. Doch zum Schutz vor Corona führen wir das Gespräch am Telefon, Pressesprecherin Britta Töllner macht aus gebührendem Abstand die Fotos. 

Am liebsten als Zusteller unterwegs

Vor 49 Jahren und sieben Monaten wurde Richard Bobzien Postbote. Er war damals zarte 15 Jahre jung. „Meine Mutter hat mich dahin geschickt“, sagt er. „Mein Vater war im Bergbau und sie wollte nicht, dass ich eine so gefährliche Arbeit ausübe.“ In Waltrop stand er auch lange hinter dem Paketausgabeschalter. Aber seit 1981 durfte Richard Bobzien wieder das machen, was er am liebsten tat: die Post austragen.

Täglich 16 Kilometer geradelt

Erst hatte er im Waltroper Osten seinen Bezirk, seit 16 Jahren brachte er Briefe, Einschreiben, Ansichtskarten, Zeitschriften, Kataloge und vieles mehr zu den Bürgern im Süden der Stadt. „Die Bezirke sind größer geworden“, resümiert Bobzien. Rund 16 Kilometer am Tag legte er zurück, die meisten auf dem Fahrrad. Und auch wenn in den letzten Jahren das Pedelec Erleichterung brachte, so waren da immer noch reichlich Treppen zu steigen, Vorgarten-Törchen zu öffnen, Wege zu gehen. 

Brief gebracht und die Liebe gefunden

Die schönste Begebenheit seiner Berufslaufbahn macht ihn bis heute glücklich. Damals wartete eine hübsche, junge Frau über Tage auf eine Sendung. Als der freundliche Postbote ihr sie dann gab, kamen die beiden ins Gespräch: „Seit 38 Jahren sind wir verheiratet.“

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