Ein Baum, vor den ein Unfallauto in Waltrop-Oberwiese geprallt ist.
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Der Unfallort in Waltrop-Oberwiese am Morgen nach dem furchtbaren Geschehen.

Jugendschöffengericht

Nach dem tragischen Unfall in Oberwiese: So ging die Gerichtsverhandlung aus

  • Werner von Braunschweig
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Der Unfall im Oktober 2019 hatte ganz Waltrop erschüttert: Ein Auto rast an der Recklinghäuser vor einen Baum, die drei jugendlichen Insassen werden schwer verletzt. Jetzt kam das Geschehen vor Gericht.

Der folgenschwere Raser-Unfall vor eineinhalb Jahren in der Bauerschaft Oberwiese im Westen von Waltrop bleibt für den damals 17-jährigen Unglücksfahrer ohne strafrechtliche Konsequenzen. Das Jugendschöffengericht Recklinghausen sah angesichts des Ausmaßes der Tragödie von Sanktionen ab.

Tacho soll 180 km/h angezeigt haben

Es war die Nacht auf den 20. Oktober 2019, als der 17-jährige Waltroper gemeinsam mit zwei Freunden (damals 15 und 17) als Beifahrer gegen 2.43 Uhr in einem BMW-Kombi auf der Recklinghäuser Straße die Kontrolle über den Pkw verloren hatte. Der Tacho soll bei der Raserfahrt Tempo 180 angezeigt haben. Erlaubt waren 50. Ermittlungen ergaben, dass der Waltroper nicht nur betrunken (1,2 Promille), sondern als 17-jähriger Führerscheininhaber nur zum begleiteten Fahren berechtigt war.

Ein Beifahrer schwebte in Lebensgefahr

Der BMW war in einer Rechtskurve unweit von der Hebewerk-Brücke in Waltrop kreuz und quer über einen Grünstreifen und die Fahrbahn geschleudert und war dann gegen zwei Bäume gekracht. Mehrere Wrackteile waren dabei von der Karosserie abgesprengt worden. Alle drei Insassen erlitten diverse Verletzungen. Der vordere Beifahrer schwebte tagelang in Lebensgefahr. Laut Staatsanwaltschaft hatte der 15-Jährige unzählige Knochenbrüche und multiple innere Verletzungen erlitten. Besonders tragisch: Beide Unterschenkel mussten amputiert werden.

Nicht-öffentliche Verhandlung über den Waltroper Fall

Staatsanwaltschaft, Gericht und Verteidigung kamen am Mittwoch in nicht-öffentlicher Verhandlung einvernehmlich zu dem Schluss, dass angesichts der dramatischen Folgen, die den Unglücksfahrer selbst aktiv und passiv getroffen haben, keine zusätzliche Strafe wegen fahrlässiger Körperverletzung angezeigt ist. Auch das schwerverletzte Opfer habe kein Interesse an einer Bestrafung, hieß es. „Die beiden sind gute Freunde, geben sich gegenseitig Kraft. Der Angeklagte begleitet das Opfer regelmäßig und erfährt dabei nahezu täglich das Leid“, erklärte Verteidiger Hans Reinhardt auf Anfrage.

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