Der deutliche Höhenunterschied zwischen der alten und der neuen Drucksbrücke im Waltroper Süden ist auf diesem Foto gut zu erkennen.
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Der deutliche Höhenunterschied zwischen der alten und der neuen Drucksbrücke im Waltroper Süden ist auf diesem Foto gut zu erkennen.

Ersatzbau für eine Fähre 

Nicht jede Brücke in Waltrop ist eine Pannenbrücke

  • Martin Behr
    vonMartin Behr
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Brücken in Waltrop - da denkt jeder sofort an die unselige Hebewerk-Brücke. Aber: Vor 65 Jahren war es die Drucksbrücke, die die Aufmerksamkeit der Massen anzog.  

  • Am 28. Juli 1955 – vor 65 Jahren – ist die Drucksbrücke nahe der Autobahn-Auffahrt Dortmund-Mengede/Waltrop eröffnet worden.
  • Vorher konnte man nur mit einer kleinen Fähre über den Dortmund-Ems-Kanal kommen. 
  • Durch den Kohleabbau von Zeche Minister Achenbach (Brambauer) sank der Bereich jedoch immer tiefer ab. 

Heute ist es undenkbar: Einige Jahre kam man nur mit einer kleinen Fähre über den Dortmund-Ems-Kanal, wo heute der Verkehr nahe der Autobahnauffahrt zur A2 über die Drucksbrücke rollt. Jene Drucksbrücke gibt es seit 65 Jahren: Am 28. Juli 1955 wurde sie feierlich eröffnet - unter großer Anteilnahme der Waltroper Bevölkerung. Und die Brücke hat eine bewegte Geschichte, wie Heimatforscher Norbert Frey weiß.

1947, zwei Jahre nach Kriegsende, pendelte eine kleine Personenfähre auf dem Dortmund-Ems-Kanal.

Die Idee mit der Fähre, so viel sei angemerkt, ist ja rückblickend betrachtet auch eine, die die Verantwortlichen für die Hebewerk-Brücke in Oberwiese in Betracht hätten ziehen können... Aber das steht auf einem anderen Blatt, und noch in dieser Woche, so hat es das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt angekündigt, soll die pannengeplagte Hebewerk-Brücke ja auch fertig sein. 

Vorgänger-Brücke wurde im Krieg gesprengt

Zurück ins Jahr 1955: Die Vorgänger-Brücke der Drucksbrücke war einst im Krieg gesprengt worden - und dieses Bauwerk war damals drei Meter tiefer gewesen als die neue Drucksbrücke. Grund war, schildert Norbert Frey, dass durch den Kohleabbau von Zeche Minister Achenbach (Brambauer) der Bereich immer tiefer absackte. Und so wurde bei der neuen Drucksbrücke in Waltrop schon zehn Jahre nach ihrer Eröffnung, im Sommer 1965, eine Erhöhung des Überbaus erforderlich. Eine wiederum drei Meter höhere Brücke sei bis 1966 gebaut worden, so Frey weiter. Doch damit nicht genug. Im Herbst 1976 wurde diese Brücke hydraulisch um weitere drei Meter angehoben - alles wegen des Bergbaus. 

Die neue und die alte Drucksbrücke nebeneinander. Das linke Bauwerk steht heute noch nahe der Autobahn-Auffahrt DO-Mengede/Waltrop.

Ab Frühjahr 1986, beschreibt Norbert Frey, wurde westlich der Drucksbrücke der heutige Überbau errichtet: eine 57 Meter lange Stahlbogen-Brücke, die nochmals um sechs Meter höher lag. Sie ermöglicht bis heute die gefahrlose Querung des Dortmund-Ems-Kanals - die gefahrlose, wenn auch manchmal nicht staulose Querung: zum Beispiel bei den Bauarbeiten, die im vergangenen Jahr begonnen wurden und  die sich bis Anfang dieses Jahres hinzogen. 

Im Umfeld der Drucksbrücke hat sich übrigens vor einiger Zeit ein "filmreifer Abgang" zugetragen.  

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