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Waltrop: Brücken-Anwohner Hermann Frieß vor der Baustelle am Schiffshebewerk.

Es geht um Verantwortung

Warum sich ein Oberwieser jetzt juristisch mit der Bundesbehörde WSA anlegen will 

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Waltrop: Der Oberwieser Hermann Frieß hat es satt vor der gesperrten Brücke am Schiffshebewerk zu stehen. Er will wissen, wer dafür verantwortlich ist.

Hermann Frieß ist ein Mann der klaren Worte. Das haben insbesondere die beiden Vertreter des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes (WSA) Duisburg-Meiderich zu spüren bekommen, die vor zweieinhalb Wochen zum „Brücken-Gipfel“ ins Waltroper Rathaus gekommen waren (wir berichteten). Unter den 180 Bürgern, die erstmals vis-à-vis Tacheles mit WSA-Leiter Volker Schlüter und Brückenbau-Abteilungsleiter Oliver Jaswetz reden konnten, war eben auch Hermann Frieß. 

Welche Pflicht hat die Stadt Waltrop?

Der Oberwieser hatte angekündigt, gemeinsam mit anderen Anwohnern und Betroffenen „einen namhaften Anwalt zu beauftragen“, um die Rolle des WSA bei der Pannen-Brückenbaustelle am Schiffshebewerk hinterfragen zu lassen. Auch die Pflichten der Stadtverwaltung um Bürgermeisterin Nicole Moenikes – Stichwort: Straßenausbesserung Am Felling – sollen überprüft werden. Nun lässt Frieß seiner Ankündigung Taten folgen: Am kommenden Mittwoch gibt es um 18 Uhr ein Auftakttreffen im Café Kortmann.

Es gibt ein Treuhandkonto

 „Ich werde dann erzählen, was bisher passiert ist und wie es weitergeht“, sagt Frieß. Denn inzwischen hat er ein Treuhandkonto bei der Sparkasse eröffnet, um möglichst viel Geld zu sammeln, damit der Anwalt auch finanziert werden kann. Hier ist Hermann Frieß natürlich auf Unterstützung aller Bürger angewiesen. „Jede Spende hilft uns“, sagt der Oberwieser, der an die Waltroper und Dattelner Bürger appelliert, das Vorhaben zu unterstützen. Dabei geht es Frieß vor allem um eines: „Wir wollen einen Verantwortlichen finden, der für dieses Chaos hier zuständig ist.“ 

Was ist mit Entschädigungszahlungen?

Denn die Verantwortung wusste insbesondere das WSA als Bauherr bisher immer weit von sich zu schieben. In zweiter Linie soll die Frage von Entschädigungszahlungen behandelt werden, wenngleich Frieß befürchtet, dass diese juristische Auseinandersetzung eine langwierige werden würde. Aber auch dazu dient das Treffen am Mittwoch, zu dem jeder eingeladen ist: „Wir sprechen dann zum Beispiel darüber, welchen Anwalt wir uns vorstellen könnten“, sagt Frieß, der vorab schon mal das Anforderungsprofil formuliert: „Wir brauchen jemanden, der keine Angst vor niemandem hat.“ Schließlich wird unter Umständen eine Bundesbehörde beklagt.

Der Ort des Auftakt-Treffens ist übrigens durchaus bewusst gewählt. Die Betreiber-Familie des Café Kortmann zählt zu denjenigen, die seit Baustellen-Beginn im Sommer 2017 drastische Umsatz-Einbußen zu verzeichnen haben. Die Existenzangst ist allgegenwärtig. Freilich sind Kortmanns bei Weitem nicht die Einzigen. Erinnert sei an den Imbiss „Zur Schwarzen Kuhle“, der bereits wegen fehlender Kundschaft schließen musste. Schuld daran war nach eigenen Angaben die Brücken-Baustelle des WSA, die ursprünglich nur neun Wochen dauern sollte.

Wer Hermann Frieß und seine Mitstreiter finanziell unterstützen will, kann dies mit einer Spende tun.

Sparkasse Vest, IBAN: DE77 4265 0150 1000 2655 77, Verwendungszweck: Hebewerkbrücke

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