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Die Unterwasserwelt im Dortmund-Ems-Kanal ist vielfältig

Experten verwundert

Chinesische Quallen im Kanal: Können sie uns Menschen gefährlich werden?

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Diese Sichtung ist erstaunlich: Offenbar macht sich im Dortmund-Ems-Kanal eine Süßwasserqualle aus Ostasien breit. Aber wie gefährlich sind die Nesseltiere?

Update, 6. August

Inzwischen haben uns via Facebook verschiedene Leser bestätigt, die kleinen Quallen auch in Waltrop am Oberwasser gesehen zu haben.

Gefährlich sind die Nesseltiere, die nicht größer als eine 2-Euro-Münze sind, derweil nicht. Ihre Nesselfäden können menschliche Haut nicht durchdringen, die Qualle macht damit lediglich Jagd auf Kleinstlebewesen. 

Qualle mag warmes Wasser

Um sich aus einer Larve entwickeln zu können, braucht sie Wassertemperaturen von mindestens 25 Grad. Das erklärt, warum sie nur in heißen Jahren auftaucht. In kühleren Jahren schlummert sie als nur Millimeter kleine Larve verkapselt im Untergrund – und bleibt daher unbemerkt.

Diese Fotomontage zeigt eine Süßwasserqualle an der Wasseroberfläche des Dortmund-Ems-Kanals. Achtung: Die Quallen sind in Wirklichkeit deutlich kleiner, zur besseren Sichtbarkeit haben wir sie hier vergrößert.

Was wir ursprünglich berichteten:

Wie die Ruhrnachrichten in Dortmund berichten, haben sich jüngst Ruderer des Ruderclubs Hansa über kuriose, Quallen-ähnliche Wesen im Dortmund-Ems-Kanal gewundert. Allem Anschein nach handelt es sich um eine Süßwasserqualle, die ursprünglich aus Ostasien kommt. Wenn die Tiere in Dortmund gesichtet wurden, muss es sie zwangsläufig auch in Waltrop geben. Der Dortmund-Ems-Kanal führt über das Waltroper Schiffshebewerk nach Dortmund. 

Dortmunder Hafen weiß von den Quallen

Pascal Frai, Sprecher der Dortmunder Hafen AG, hat bestätigt, dass man auch am Dortmunder Hafen von den Nesseltieren weiß. Auf Nachfrage der Waltroper Zeitung sagt Frai am Montag, dass unter anderem auch der Hafenmeister die Quallen beobachtet habe. "Das sind keine Hirngespinste", versichert er.

Chinesische Quallen sind relativ klein

Dass es sich bei den Quallen, die nicht größer als eine 2-Euro-Münze sind, um sogenannte chinesische Quallen handeln würde, hat Pascal Frai selbst recherchiert. "Ich konnte das auch erst nicht glauben, aber vor zwei Jahren haben wir sie das erste Mal beobachtet."

Experten kennen Tiere noch nicht

Allerdings: Weder das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) als Inhaber der Bundeswasserstraße noch die Experten bei der Bezirksregierung Münster (Obere Fischereibehörde) haben bisher von den Quallen gehört. Das sagten beide Behörden auf Nachfrage der WZ.

Eine Geschichte, die neulich am Dortmund-Ems-Kanal passierte: Berner Sennenhund "Mr. Brown" musste von der Feuerwehr gerettet werden.


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