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Das Bürgerbüro öffnet künftig auch am ersten Samstag im Monat seine Pforten.

Ärger endet mit "guter Idee"

Viele Wege führen nach Rom, aber keiner ans Bürgerbüro-Telefon

Waltrop - Am Ende hat er es entnervt aufgegeben: Unser Leser Rainer Koch versuchte am Donnerstagmorgen vergeblich, einen sachkundigen Mitarbeiter im Bürgerbüro ans Rohr zu kriegen. Seine fünf Anruf-Versuche scheiterten dabei auf verschiedenen Wegen.

Zunächst sprang eine Bandansage an, die trotz normaler Geschäftszeit den Hinweis gab, außerhalb der Geschäftszeit anzurufen. Ein weiterer Versuch endete mit der Empfehlung der Dame der Telefonzentrale, es zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal zu versuchen. Die restlichen drei Anrufe waren nach dem Weiterleiten ins Bürgerbüro – es hatte jeweils mehrfach „getutet“ – plötzlich weg. „Man hatte das Gefühl, dass der Hörer angehoben und direkt wieder aufgelegt wurde“, berichtet Rainer Koch. Freilich betont er, dass dies lediglich ein Gefühl gewesen sei. Eine bewusste Handlung unterstellt er nicht.

Gefühl: weggedrückt

Trotzdem war der Bürger irritiert bis verärgert. Und das nicht nur, weil seine Frage nicht beantwortet wurde. Denn die Dame der Telefonzentrale, so schildert es Rainer Koch, habe ihm dann erklärt, dass die Kollegen im Bürgerbüro aus Datenschutzgründen keine Anrufe entgegennehmen dürften. „Das war mir neu“, sagt Koch, der auch dafür Verständnis aufbringen würde. Wofür er ganz und gar kein Verständnis hat: „Dass man als Bürger das Gefühl hat, weggedrückt zu werden.“ Mit einer einfachen Bandansage, die den Sachverhalt erklärt, könne man derartigen Frust vermeiden, meint Koch.

Unsere Redaktion hat Stadt-Sprecherin Patricia Neuhaus den Sachverhalt geschildert und um eine Stellungnahme gebeten. Die gab’s kurz darauf auch.

Es gab offenbar technische Probleme

An besagtem Tag, teilt Neuhaus mit, habe es von etwa 8 bis 10 Uhr ein technisches Problem mit dem Telefon der Zentrale gegeben. „Das soll keine Ausrede sein, aber unsere IT musste das erst lösen“, sagt Neuhaus. Sie betont aber auch, dass „keiner unserer Mitarbeitenden“ mutwillig den Hörer auflegen würde. Aus technischer Sicht gehen im Rathaus weitergeleitete Gespräche, die nicht angenommen wurden, zurück zum Weiterleitenden. In diesem Fall zur Zentrale. „Hier kann es sein, dass die Warteschleife sehr wahrscheinlich durch das technische Problem dazu geführt hat, dass der Bürger aus der Leitung geflogen und die Bandansage reingesprungen ist“, vermutet Patricia Neuhaus. Sie greift auch den Vorschlag des gefrusteten Anrufers auf. „Die Idee mit der Bandansage ist gut.“ Allerdings bittet sie um Verständnis, dass die Umsetzung einige Zeit dauern könne.

Kein generelles Telefonverbot

Aufklären will die Stadt-Sprecherin auch noch den Punkt Datenschutz. So gebe es zwar kein generelles Telefonverbot, sehr wohl könnte man am Telefon „nicht über Datenschutzbelange sprechen, wenn viel Publikumsverkehr herrscht, was zurzeit der Fall ist“.

Patricia Neuhaus weist derweil darauf hin, dass Bürger bei Fragen auch eine E-Mail ans Bürgerbüro senden könnten.

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