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Pendlerbewegungen in Waltrop

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Immer mehr Pendler nach Dortmund

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WALTROP - Das ist keine Überraschung: Die Zahl der Arbeitnehmer, die täglich von Waltrop nach Dortmund pendeln, wächst weiter. Kann und sollte man versuchen, diese Entwicklung aufzuhalten?

Wenn es – wie am Montag – einen Bahn-Streik gibt, dann merkt man wieder einmal, wie viele Menschen darauf angewiesen sind, aus Waltrop nach Dortmund zu kommen. Denn dann sind die Straßen Richtung Westfalenmetropole noch voller als sonst, da diejenigen, die sonst mit Bus und Bahn fahren, auch noch aufs Auto umsteigen. Der Trend, dass viele Menschen zwar in Waltrop wohnen, aber auswärts, vor allem in Dortmund, arbeiten – er setzt sich unvermindert fort. Das geht aus den Zahlen des Statistischen Landesamtes hervor. Mit den Folgen, die Waltrops Wirtschaftsförderer Burkhard Tiessen seit Jahren kennt. Auf dem Weg zwischen Dortmund und Waltrop geht viel Kaufkraft verloren. Mancher kauft am Arbeitsort auf dem Heimweg Lebensmittel und andere Dinge ein – Umsatz, der in Waltrop fehlt. Von den 10.069 Auspendlern arbeiteten zum Stichtag 30. Juni 2017 2385 in Dortmund. Sowohl die Gesamtzahl der Pendler als auch die Zahl der Pendler nach Dortmund ist innerhalb eines Jahres erneut gestiegen. Mehr als 10.000 Menschen, also ein Drittel der Waltroper Bevölkerung, sind tagsüber nicht in der Stadt. Zum Vergleich: Knapp 100.000 Menschen pendeln aus Dortmund täglich in andere Städte zur Arbeit. Der Nachbar hat knapp 600.000 Einwohner. Der Anteil der Pendler beträgt also hier nur ein Sechstel.

Einige Arbeitgeber wird Waltrop nie bekommen

Dem Auspendler-Trend entgegenzuwirken, sei kaum möglich, sagt der Wirtschaftsförderer. In der großen Nachbarstadt gebe es eben Arbeitgeber, die Waltrop nicht habe und auch nie bekommen werde: Niederlassungen großer Unternehmen wie etwa Versicherungen, aber auch die Uni. Waltrop setzt derweil weiter darauf, als Wohnstadt nicht zuletzt für Menschen aus der Nachbarstadt noch attraktiver zu werden – und ist damit sehr erfolgreich. Stichwort: Großer Kamp. Das wird freilich auch dazu führen, dass die Zahl der Auspendler eher noch wächst. In gewisser Hinsicht kann man die Nähe Waltrops zu Dortmund auch als Segen betrachten, denn die Arbeitslosenquote in Waltrop ist seit Langem vergleichsweise niedrig und sähe sicher anders aus, gäbe es den großen Nachbarn nicht.

Datteln wichtigste Einpendler-Stadt

Und die Einpendler? Deren Zahl ist weiterhin weniger als halb so groß wie die der Auspendler. Sie lag zum Stichtag 30. Juni 2017 bei 4837, ist allerdings deutlicher gestiegen als die Zahl der Auspendler: nämlich um 273. Zum Stichtag im Jahr 2016 hatte die Zahl noch bei 4564 gelegen. Die meisten Einpendler kommen aus Datteln, an zweiter Stelle rangiert die Stadt Dortmund. Auf Anfrage kann der Sprecher des Fahrzeugbauers Langendorf, Robert Otto, nicht spontan sagen, wie viele Mitarbeiter des großen Arbeitgebers aus Waltrop kommen und wie viele aus anderen Städten. „Aber ich weiß von zweien, die täglich eine Distanz von mehr als 100 Kilometern zurücklegen.“

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