Amtsgerichts-Prozess

Pizza mit falschem Hunderter gezahlt

Castrop-Rauxel/Waltrop - Pizza, Pizza, Pizza: Stimmt das, was ein 27-Jähriger jetzt dem Richter am Castrop-Rauxeler Amtsgericht versicherte, ernährt sich der Mann ziemlich einseitig. „Pizza ist mein absolutes Lieblingsgericht“, versicherte er. Kein Thema erst einmal für ein Amtsgericht. Aber im Sommer 2017 hat er sein Leibgericht mit falschen Hundertern bezahlt. Auch in Waltrop.

Ort des Geschehens war einmal der Schulhof der Fridtjof-Nansen-Realschule an der Langen Straße in Castrop-Rauxel. Dort hielt sich der Nordkirchener mit einem Freund auf. Man habe Basketball gespielt und bei einem örtlichen Pizzadienst Pizzen auf den Pausenhof bestellt. 18 Euro verlangte der Fahrer, der die heiße Ware lieferte. Mit Hundertern würde äußerst selten bezahlt, erklärte der Pizzabäcker nun vor Gericht, doch sein Fahrer habe akzeptiert, das Wechselgeld herausgegeben.

Fälschung fiel auf

Erst als er, der Inhaber der Pizzeria, am nächsten Tag in einem Bekleidungsgeschäft mit eben diesem Schein zahlen wollte, sei die Fälschung aufgefallen. Rückversicherung bei der Bank, Anzeige bei der Polizei. Die Herkunft des Scheins konnte rückverfolgt werden, weil er sich alle Telefonnummern der Kunden notiere, so der 43-jährige Pizzabäcker.

Dieselbe Masche

Was er nicht wusste: Ein Kollege aus Waltrop war nur Stunden zuvor auf dieselbe Masche hereingefallen. Der Angeklagte und sein Begleiter hatten am selben Tag nachmittags auf einem Schulhof in Datteln bereits eine Pizza verdrückt. Und ein paar Pizzabrötchen dazu. Bezahlt mit einem falschen Hunderter. Der Schwindel war dort noch am selben Tag aufgefallen, als der Fahrer des Lieferdienstes an einer Tankstelle zahlen wollte.

"Geld kommt und geht"

Dennoch gab sich der Angeklagte unwissend. „Weiß nicht, woher die Scheine waren. Geld kommt und geht“, sagte er. Und schob Richtung Richter nach: „Kontrollieren Sie etwa alle Scheine, die Sie im Geldbeutel haben?“ Er wisse auch nicht mehr, wer überhaupt bezahlt habe.

Deshalb setzt der Strafrichter auf den Fahrer des Castrop-Rauxeler Pizzadienstes als weiteren Zeugen. Auf einem Foto hatte der bei der Polizei den Angeklagten ziemlich sicher identifiziert. Wenn sich daran nichts geändert hat, wird es für Angeklagten eng.

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