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Einbruchsversuch per Bohrmaschine durch ein Fenster (Nachgestelltes Symbolbild).

Angeklagter schweigt

Prozess-Auftakt um den "Fensterbohrer" von Waltrop

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Waltrop - Ein winziges Bohrloch soll einem 41-jährigen Mann vor mehr als drei Jahren gereicht haben, um reihenweise nachts in Waltrop, Lünen und Dortmund in Wohnhäuser einzubrechen. Jetzt beschäftigen die „Fensterbohrer-Coups“ das Bochumer Landgericht - und zwar nicht zum ersten Mal.

Zum Prozessauftakt zog es der Angeklagte vor, zu den Vorwürfen zu schweigen. Laut Staatsanwaltschaft begann die Einbruchsserie im Sommer 2015 und endete im Januar 2016. Mindestens 13 Einbruchstaten sollen der jetzt Angeklagte und sein bereits verurteilter Komplize verübt haben. Siebenmal in Waltrop, dreimal in Lünen, einmal in Dortmund. Und dazu noch jeweils einmal in Seelitz und Rochlitz (beides in Sachsen).

Kleine Löcher gebohrt

Ein erster „Fensterbohrer“ war im Juni 2017 am Landgericht in Bochum zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Der jetzt Angeklagte sitzt aktuell in anderer Sache eine Haftstrafe in Dresden ab. Laut Anklage war er nach einem Einbruch am 13. Januar 2016 von der Polizei kurzzeitig am Moselbachpark festgehalten worden, konnte sich aber dann losreißen. Dabei blieben Einbruchwerkzeuge und auch Beute zurück.

Staatsanwältin Tina Esdar wirft dem Angeklagten vor, regelmäßig nachts mit einem Mini-Akkubohrer kleine Löcher in Fenster und Terrassentüren gebohrt zu haben und sich danach mit einem speziellen Trick Zugang zu Häusern und Wohnungen verschafft zu haben. Das erbeutete Diebesgut - vor allem Schmuck, Bargeld, Luxusuhren, Fotoapparaten oder Elektrogeräte – wurde laut Anklage später hauptsächlich in Flüchtlingsheimen an Asylbewerber weiterverkauft. In Waltrop waren unter anderem Wohnhäuser an den Straßen Unterlippe, Am Prozessionsweg, Am Stadtgarten und an der Gasstraße betroffen. In einem Fall sollen der Angeklagte und sein Komplize hier nach einem Scheitern der Bohrloch-Masche ausnahmsweise auch mal eine schwere Gartenbank in eine Scheibe geworfen und sich so Zutritt verschafft haben. In einem anderen Fall sollen die Täter von einem Hausbesitzer so gerade noch rechtzeitig vor einem Einbruch bemerkt und durch einen lauten Schrei vertrieben worden sein. Weggekommen waren bei den nächtlichen Coups in Waltrop Bargeld, Notebooks, Kameras, Handys und Schmuck im Wert von mehreren tausend Euro. Für den Prozess sind weitere Verhandlungstermine bis zum 4. Juni anberaumt.

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