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Die Polizei vernahm noch am Abend Zeugen vor dem Aldi-Markt.

Angeklagter streitet ab

Aldi-Überfall: Mutmaßlicher Täter vor Gericht

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Essen/Waltrop - Fast zwei Jahre nach einem bewaffneten Raubüberfall auf eine Discounter-Filiale in Waltrop steht einer der zwei mutmaßlichen Täter seit Mittwoch in Essen vor Gericht. Der angeklagte Dattelner (24) beteuerte zum Prozessauftakt allerdings seine Unschuld.

„Ich habe mit dem Überfall nichts zu tun“, sagte der Angeklagte den Richtern am Essener Landgericht. Und weiter: „Ich weiß, ich habe in meinem Leben ganz sicher viel Sch... gemacht. Aber andere Leute mit Waffen bedrohen und fesseln – so etwas würde ich niemals machen.“ Fest steht: Der Angeklagte hat in seinem Leben bereits 23 Einträge im Strafregister angesammelt – von Stromklau über Drogenbesitz bis hin zu Straßenverkehrsgefährdung und Körperverletzung. Fest steht auch: Die Vorwürfe, dass der 24-Jährige bei dem Discounter-Coup am 20. April 2017 dabei gewesen ist, stammen von einer ehemaligen Freundin und einem ehemaligen Bekannten.

Kellnerin sagte aus

Die Kellnerin in einer Waltroper Kneipe hatte seinerzeit bei der Polizei sinngemäß ausgesagt, dass bereits eine Stunde nach dem Überfall in Waltrop hartnäckig das Gerücht die Runde gemacht habe, dass der Angeklagte der Täter gewesen sei. „Der hat überall Dreck am Stecken“, hatte die Zeugin seinerzeit zu Protokoll gegeben. Der Bekannte des Angeklagten dagegen hatte berichtet, dass der 24-Jährige angeblich im Bochumer Gefängnis einem Mitinsassen den Discounter-Coup anvertraut und sogar damit geprahlt habe. Aus Angst habe er damals das Geld aus der Beute im Wald weggeworfen.

Mit Schlagstock und Schwert bewaffnet

Laut Anklage waren am 20. April 2017 gegen 19.57 Uhr zwei mit einem Schlagstock sowie einem Schwert bewaffnete „Maskenmänner“ in die Discounter-Filiale „Am Schwarzbach“ gestürmt, hatten zwei Mitarbeiter bedroht und 4000 Euro (in Hartgeldrollen) erbeutet. Der Überfall steht laut Staatsanwaltschaft in Zusammenhang mit einem inzwischen bereits verurteilten Räuber. Dieser Mann soll laut Anklage auch an Überfällen auf einen Discounter in Marl und ein Schnell-Restaurant in Recklinghausen beteiligt gewesen sein.

Spionagekamera installiert

In Marl soll der Mann angeblich zum Ausspionieren der Discounterfiliale gegenüber extra eine Spionagekamera in einem Baum platziert haben. Für die von ihm zuvor ausbaldowerten Überfälle soll er in seinem Freundeskreis gezielt Räuber gesucht haben, denen er im Falle einer Zusage auch Masken und Fesselungswerkzeuge zur Verfügung gestellt haben soll. Im Gegenzug soll der Hintermann 25 Prozent von der Beute aus einem geplanten Überfall verlangt haben. Der Prozess wird fortgesetzt.

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