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Anwohner kontra Stadtverwaltung

Hangel ist "kein Raser-Paradies"

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WALTROP - Traktoren, die viel zu schnell durch die Siedlung „jagen“. Autofahrer, die eine Abkürzung zur Recklinghäuser Straße nehmen wollen. So sehen Anwohner von "Hangel" und Mühlenstraße ihre Straßen. Die Stadt hält dagegen: Eigene Messergebnisse und Aussagen der Polizei sprächen eine andere Sprache.

Wie berichtet, wollen die Anwohner erreichen, dass Hangel und am besten auch Mühlenstraße in einen verkehrsberuhigten Bereich umgewandelt werden. Dann würde hier Tempo 7 statt wie bisher Tempo 30 gelten. Nach einer intensiven und nicht immer sachlichen Diskussion am Dienstagabend im Verkehrsausschuss soll die Verwaltung nun prüfen, ob die betroffenen Straßen als Anliegerstraßen mit Tempo-20-Beschränkung ausgewiesen werden können. Tempo 7 ist bisher für den Verkehrsausschuss keine Option.

Umwandeln in eine Spielstraße

Im Ausschuss hatte Stadt-Jurist Stefan Schlarb Fakten vorgebracht, warum es allein rechtlich schon nicht möglich sei, den Hangel in eine Spielstraße umzuwandeln. Er müsse sich hier an die Anweisung der Bezirksregierung und des Kreises halten. Und die seien nach Vor-Ort-Terminen in den Jahren 2008 und 2009 zu dem Entschluss gekommen, dass der Hangel wegen der zu geringen Aufenthaltsqualität nicht verkehrsberuhigt werden dürfe.

Zahl der Pkw hat kaum zugenommen

Abgesehen davon: Die Verwaltung erkennt nach intensiver Prüfung auch die Notwendigkeit nicht so recht. Stefan Schlarb orientiert sich an Ergebnissen von Geschwindigkeitsmessungen, die belegen, dass im Hangel keineswegs gerast wird und dass auch die Menge der Pkw seit 2008 kaum zugenommen hat. Auch die Polizei habe bestätigt, dass sich der Hangel durch „absolute Unauffälligkeit auszeichnet“, so Schlarb.

Batterien leer?

Die Anlieger halten dagegen, sagen, dass das städtische Messgerät, auf dessen Daten Schlarb seine Aussagen stützt, zeitweise nicht gearbeitet hätte. „Die Batterien waren leer“, sagt Anwohner Frank Kwiatowski. Es sei beobachtet worden, dass ein Mitarbeiter des Ordnungsamtes die Batterien gewechselt habe. Kwiatowski und seine Nachbarn beteuern, dass es in ihrer Straße durch den Verkehr ein „enormes Sicherheitsrisiko“ gibt. „Autos und Trecker weichen immer wieder auf den Gehweg aus.“ Schon einige Male sei es zu Beinahe-Unfällen mit Fußgängern gekommen.

Die Fronten sind verhärtet, eine Lösung noch in Arbeit.

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