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SPD-Fraktionsvorsitzender Detlev Dick.

Arbeitgeber Stadtverwaltung

Dick denkt an Werkshäuser und Essensgutscheine

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Waltrop - Die Zahl der Mitarbeiter, die ihre Stelle im Waltroper Rathaus kündigten, ist im Jahr 2018 sprunghaft angestiegen. In den Jahren 2014 bis 2016 hatte es jeweils überhaupt keine Kündigung gegeben, im Jahr 2017 waren es drei, im vergangenen Jahr aber 13. Derweil gibt es Überlegungen, wie man die Stadtverwaltung als Arbeitgeber attraktiver machen kann. Es geht z.B. um „Werkshäuser“ und Essensgutscheine.

Mit der Begründung von Deliah Demirkilic, bei der Stadt für das Thema Personal zuständig, es gebe einen „wachsenden und arbeitnehmerfreundlichen Stellenmarkt im Öffentlichen Dienst und in der Privatwirtschaft“, will sich WA-Ratsfrau Dorothee Schomberg nicht zufrieden geben. Es müsse über Maßnahmen gesprochen werden, um die Waltroper Stadtverwaltung als Arbeitgeber attraktiver zu machen, sagt sie auf WZ-Anfrage. Dafür gebe es die Personalentwicklungskommission.

Ausbildung läuft gut

Keinen Anlass, die Stadt zu kritisieren, sieht Dorothee Schomberg übrigens beim Thema Ausbildung. „Die Stadt bildete schon seit Längerem über ihren Bedarf hinaus aus“, lobt Schomberg. Aktuell wird jedem und jeder Auszubildenden ein Übernahme-Angebot gemacht.

SPD-Fraktionsvorsitzender Detlev Dick hat schon einige handfeste Vorschläge, wie man Mitarbeiter binden oder neue gewinnen könnte: Es gebe Unternehmen, die mit öffentlicher Förderung nicht nur Mehr- sondern Einfamilienhäuser bauten, sagt Dick. Solche könnte die Stadt auf der Fläche des ehemaligen Waldstadions errichten lassen – und bei einigen könne man ein Vorzugs-Belegungsrecht für Stadt-Bedienstete vorsehen. „Wer ein eigenes Haus hat, der verlässt die Stadt nicht so schnell“, so Dicks Hoffnung. Mit der Idee, Wohnraum für Mitarbeiter anzubieten, wäre Waltrop im Trend: Erst kürzlich berichteten Medien von der „Renaissance der Werkswohnungen“. Unter anderem setzt das Deutsche Rote Kreuz in Köln auf dieses Konzept, um Personal für Pflege- und Rettungsdienst anzusprechen.

Es braucht neue Anreize

Eine Kleinigkeit vielleicht, aber aus Dicks Sicht ein zusätzlicher Anreiz: Essensgutscheine. Hintergrund: Gibt der Arbeitgeber Essensgutscheine für die örtliche Gastronomie an seine Mitarbeiter aus, so gibt es einerseits den Basis-Betrag von 3,30 Euro pro Mitarbeiter und Mittagessen. Der muss allerdings versteuert werden. Der Arbeitgeber hat aber die Möglichkeit, die Mahlzeit zusätzlich mit bis zu 3,10 Euro zu bezuschussen. Dieser Betrag bleibt komplett steuer- und sozialabgabenfrei. Er kann allerdings erst ausgeschöpft werden, nachdem der zu versteuernde Pflichtanteil ausgegeben wurde. Somit haben Arbeitnehmer, wenn ihr Arbeitgeber die Möglichkeiten voll ausschöpft, die Möglichkeit, täglich bis zu einem Wert von 6,40 Euro mittags zu essen.

Dick kennt sich mit dem Thema in der Praxis aus: „Bei meinem Arbeitgeber war ich für die Umsetzung zuständig“, berichtet er. Anstelle einer Kantine habe man das Essenzuschuss-System eingeführt – und damit gute Erfahrungen gemacht.

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