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Die U-Boot Ausstellung im Schiffshebewerk Waltrop erklärt Dr. Arnulf Siebeneicker.

Ausstellung

Von Geheimnissen unter Wasser

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WALTROP - Wie kommen U-Boote nach Waltrop? Diese Frage kann Dr. Arnulf Siebeneicker beantworten.

Als das U-Boot zu sinken drohte, musste die Besatzung schnell handeln. Der Kommandant und der Ingenieur schnappten sich ihre Auftauchwesten – und überlebten. „Ein Schuh wurde noch im U-Boot gefunden“, berichtet Dr. Arnulf Siebeneicker. Der Bug dieses geschichtsträchtigen, 1944 vor Darß gesunkenen U-Boots vom Typ Seehund liegt nun rot-braun und total verrostet da und wirkt ganz leicht und unscheinbar. Doch das Ausstellungsstück bringt 2,5 Tonnen auf die Waage.

"U-Boote - Krieg und Forschung in der Tiefe"

Das U-Boot-Fragment ist nur eins von vielen seltenen, schwierig zu beschaffenden Exponaten, die in der neuen, multimedialen Ausstellung „U-Boote – Krieg und Forschung in der Tiefe“ im Schiffshebewerk, die von diesem Sonntag, 14 Uhr, bis zum 15. September 2019 zu sehen ist. Den rostigen Koloss in das Museum zu befördern, war eine Mammut-Aufgabe, bei der Museumsleiter Dr. Arnulf Siebeneicker bis heute ins Schwitzen gerät, wenn er daran denkt. „Es war ein tierischer Aufwand“, sagt Siebeneicker.

Militärgeschichte

„Wir wollen die Ambivalenz der technischen Entwicklung aufzeigen und den Einsatz vom U-Boot als Kriegswaffe und für die Forschung“, sagt Museums-Direktor Dirk Zache. Ausgangspunkt ist Jules Vernes Roman „20.000 Meilen unter dem Meer“ aus dem Jahr 1869-1870. Das erste funktionstüchtige U-Boot war 1901 im Meer unterwegs. Die gut erforschte Militärgeschichte hat Phillip Berg zusammengetragen. Sie nimmt einen großen Teil der Ausstellung mit vielen Modellen, originalen Teilen und historischen Texten ein.

Zivile Tauchboote zu Forschungszwecken

Aber auch die Forschung kommt mit vielen Exponaten aus der Praxis nicht zu kurz. Einen exakten Nachbau eines zivilen Forschungs-U-Boots des Geomar Helmholtz-Zentrums in Kiel haben Siebeneicker und sein Team ebenfalls für die Ausstellung ausleihen können. Es werden auch rohstoffhaltige Gesteinsproben aus der Tiefsee gezeigt sowie präparierte Tiefsee-Fische. Sogar eine historische Enigma-Chiffriermaschine steht in Waltrop. Ebenso wie Kleidung und andere Original-Requisiten aus dem Film „Das Boot“ und der gerade anlaufenden neuen TV-Serie. Mit der popkulturellen Bedeutung von U-Booten in Romanen und Filmen hat sich Michael Grünwald, wissenschaftlicher Mitarbeiter, beschäftigt.

Ausstellungseröffnung

Am Sonntag wird der Meeresgeologe Dr. Gerd Hoffmann-Wieck die Arbeit des „Geomar“ Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung in Kiel vorstellen. Es spielen die „Brigadoon Pipes und Drums“, die mit ihrem Dudelsack-Spiel der Opfer der Weltkriege gedenken. Das 288-Seiten Begleitbuch kostet 24,95 Euro.

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