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Zurzeit hinter Gittern: das Kreuz an der Bergstraße/Im Siepen.

Bergstraße/Im Siepen

Kreuz hinter Gittern: Wer bezahlt die Sanierung?

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Waltrop - Theo Hemmerde (CDU) wünscht sich, dass das Prozessionskreuz an der Bergstraße/Im Siepen renoviert wird. Pläne, es an einen neuen Standort zu versetzen, scheinen nicht mehr aktuell zu sein. Eine Geschichte, die ungeahnte Ausmaße annimmt.

Das Prozessionskreuz an der Bergstraße/Im Siepen ist zurzeit eingezäunt: Es ist nicht in bestem Zustand und renovierungsbedürftig. Das ist CDU-Ratsherr Theo Hemmerde nicht entgangen. Er hatte eine Renovierung im Rats-Fachausschuss thematisiert und jüngst in der Ratssitzung auch angekündigt, sich mit eigenen Mitteln daran beteiligen zu wollen.

Das Kreuz diente früher als Segens-Altar

Indes: Der Vorsitzende des Heimatvereins, Norbert Frey, berichtet von einem Wunsch der verstorbenen Maria Jörden, das Kreuz umzusetzen – und zwar näher an den Hof ihrer Familie an der Bahnhofstraße. Denn das Kreuz ist ein Werk ihrer Vorfahren. Einem Beitrag von Gertrud Dierks im „Vestischen Kalender“ von 1985 ist zu entnehmen, dass um 1820 Peter Beckmann, genannt Leppelmann, das jetzige steinerne Kreuz mit Corpus errichtete – zuvor schon gab es ein Holzkreuz. Das Kreuz diente früher bei sogenannten großen Prozessionen als Segens-Altar. Vor dem hohen Sockel findet sich folgende Inschrift: „Will Dein Herz sich widerstreben, Deinen Feinden zu vergeben, Blicke Deinen Heiland an, siehe, was hat ,Er’ getan.“

Der Wunsch, das Kreuz zu versetzen, kam dem Vernehmen nach am Rande einer Einigung zwischen Stadt und Maria Jörden auf, dem jahrelange Verhandlungen vorausgegangen waren. Das war 1998 – zu Zeiten, als Jochen Münzner noch Bürgermeister und Frey selbst Stadtdirektor war. Vor etwa zwei Jahren habe es in der Sache dann einen Ortstermin gegeben. Seither ist in der Angelegenheit offensichtlich nichts passiert.

Sanierung wird begrüßt

Dass die Sanierung des Kreuzes als „Ort der Gemeinschaft“ nun auf einem guten Weg sei, begrüßt die Familie der verstorbenen Maria Jörden im Gespräch mit unserer Redaktion. Zum Thema Umsetzung war aus Kreisen der Familie keine Äußerung zu erhalten.

Als im Stadtrat jetzt über eine Sanierung des Kreuzes gesprochen wurde, wusste offenbar niemand davon, dass einmal eine Umsetzung im Raum stand. Jedenfalls sprach das niemand an. Es hieß nur, die Stadt habe, wie im CDU-Antrag gewünscht, eine Begutachtung in Auftrag gegeben, um die Kosten für die Sanierung zu ermitteln. Ein Ergebnis stand zunächst noch aus. Auch habe es bereits Gespräche bezüglich einer möglichen Kostenbeteiligung gegeben – dem Vernehmen nach mit der katholischen Kirchengemeinde. Dort sei Bereitschaft dazu signalisiert worden, konkrete Zusagen gebe es aber bislang nicht, da die Sanierungskosten noch nicht final feststünden.

Linke sehen Stadt nicht in der Pflicht

Apropos Kosten: Fritz P. Dee (Linke) sagte, es sei Aufgabe der Kirchengemeinde oder des Bistums, das übrigens immer noch nicht sein Vermögen öffentlich gemacht habe, die Sanierung zu bezahlen – jedenfalls nicht der Stadt. Prof. Ulrich Feldkämper (CDU) entgegnete spitz, selbst wenn es in Dees Kulturkampf-Weltbild nicht passe, so sei das Kreuz doch Eigentum der Stadt und insoweit sei es auch ihre Aufgabe, es zu renovieren. Aus Sicht von Theo Hemmerde, der sich nicht zum ersten Mal für ein Wegekreuz engagiert, gehört das Kreuz an der Bergstraße zu Waltrop „wie St. Peter oder das Hebewerk“.

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