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Um diese Lärmschutzwand Nähe Schwarzbach geht’s: Bevor die Stadt bauen durfte, musste sie der Bahn 8500 Euro „Betretungsgebühr“ bezahlen.

„Betretungserlaubnis-Gebühr“

Wenn die Stadt von der Bahn „gemolken“ wird

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Waltrop - Stolze 8.500 Euro „Betretungserlaubnis-Gebühr“ musste die Stadtverwaltung an die Bahn überwiesen, bevor sie Nähe Schwarzbach auf eigene Kosten eine Lärmschutzwand vor dem Zugverkehr bauen durfte. Da verschlägt es nicht nur einigen Lokalpolitikern die Sprache.

Monya Buß (Grüne) traute ihren Ohren kaum. Ob sie das richtig verstanden habe, fragte sie im Rechnungsprüfungsausschuss nach: Die Bahn mache Lärm. Verdiene mit den lärmenden Zügen Geld. Nun habe die Stadt die Anwohner auf eigene Kosten schützen wollen. Doch bevor sie das durfte, habe die Stadt erst einmal 8500 Euro an die Bahn zahlen müssen?

„Die sind da völlig schmerzfrei“

Nun, die Einordnung stammte von der Grünen-Fraktionschefin, aber im Kern hatte der Leiter des Rechnungsprüfungsamtes, Wolfgang Ribbrock, genau das gesagt. 8500 Euro habe die Bahn dafür haben wollen, dass die Stadt am Schwarzbach auf ihrem Gelände tätig werden durfte – für die „Betretungserlaubnis“. „Die sind da völlig schmerzfrei.“ Auch Wilfried Vortmann (CDU) pflichtete den beiden bei: Kaum zu glauben, wie die Stadt da „gemolken“ werde, so Vortmann.

Das Detail nannte Ribbrock bei der Vorstellung mehrerer Bauprojekte aus jüngerer Zeit. Es ging anhand von vier Beispielen um die Frage, welche Abweichungen sich zwischen Planung und Ausführung ergeben haben, insbesondere bei den Kosten. Unterm Strich ist die Erkenntnis: Wegen rapide steigender Kosten für die Gewerke – die Handwerker haben durch die Bank volle Auftragsbücher – werden die Projekte regelmäßig teurer als gedacht. Aber die Stadt hat das vergleichsweise sehr gut im Griff. Jüngstes Beispiel: Stadthalle. Beim Drei-Millionen-Projekt hätten sich am Ende 150.000 Euro Mehrkosten ergeben, also fünf Prozent der veranschlagten Summe.

Mußhoff lobt das „Fördergeld-Management“

Eine Nachfrage bei der Bezirksregierung ergab zur allgemeinen Überraschung: Es war noch Fördergeld da, so dass die Stadt auf den Extra-Kosten nicht einmal komplett selbst hängen bleibt. Die Kosten so unter Kontrolle gehalten zu haben, das sei eine ganz beeindruckende Leistung, sagte Kämmerer Wolfgang Brautmeier, wenn man bedenke, wie stark seit der Planung der Stadthalle 2012/13 bis zur Umsetzung 2016/17 überall die Preise in der Baubranche gestiegen seien. Ausschussvorsitzender Dr. Heinz Josef Mußhoff lobte dann auch das „Fördergeld-Management“ der Stadt. Über die zusätzlichen Kosten für die Wege im Moselbachpark hatte die WZ bereits berichtet. Noch nicht abgerechnet ist der Wohnungsbau am „Alten Graben“, aber Kämmerer Brautmeier erwartet hier, dass man etwa im Kosten-Rahmen bleiben wird.

Und was die Lärmschutzwand angeht: Die wurde am Ende – trotz der 8500 Euro für die Bahn – nur unwesentlich teurer als gedacht: 78.720 statt geplanter 76.000 Euro.

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