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Franz Josef Bomert (re.), Bürgermeisterin Nicole Moenikes und Hermann Josef Block (Pro Kapelle) bei der Ausstellungseröffnung.

Bomert zeigt seine Fotos

Erinnerungen an das alte Waltrop

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WALTROP. - An digitale Speichermedien und an Smartphones mit toller Kamera-Funktion dachte noch kein Mensch, als der junge Franz Josef Bomert (damals „schlank und sportlich“, wie Heimatvereins-Vorsitzender Norbert Frey beim Eröffnungsvortrag ein bisschen süffisant bemerkte) auf Foto-Motivsuche durch Waltrop ging. Dass sich jemand so mit seiner Heimat auf diese Weise identifizierte, war schon damals ungewöhnlich – und ist heute ein Segen für historisch interessierte Waltroper.

„Waltrop – unsere Stadt vor einem halben Jahrhundert“ heißt eine Ausstellung mit Bomert-Fotos, die jetzt im Kulturforum Kapelle eröffnet wurde. Farbbilder, aufgenommen Anfang bis Mitte der 1960er-Jahre mit einer Voigtländer-Kamera. Die Kirchen, öffentliche Gebäude, die Hebewerke, die Innenstadt, Bauerschaften, Brauchtum und Feste wie das Schützen und das Erntefest – alles festgehalten auf etwa 450 Dias. Dass der heutige Vize-Vorsitzende des Heimatvereins Jahrzehnte später damit einmal eine Ausstellung bestücken würde, daran dachte er damals natürlich nicht. Aber die Bilder sind heute wertvolle Dokumente. Sie zeigen, wie sich manches in Waltrop deutlich verändert hat und anderes doch verblüffend gleich geblieben ist.

Unbearbeitete Bilder

Zu sehen ist die Ausstellung im Kulturforum bis zum 10. Februar während der Öffnungszeiten der im selben Gebäude beheimateten Musikschule.

Sie rufen Bauwerke in Erinnerung wie die abgerissene St.-Ludgerus-Kirche und die Alte Berginspektion, die einem Neubau der AWO weichen musste. Sie zeigen die Schulen, wie sie früher aussahen und eine funktionstüchtige Kanalbrücke, was bei der Vorstellung der Ausstellung durch Norbert Frey ein leicht verbittertes Lachen im Publikum auslöste. Stichwort: die aktuelle Brücken-Problematik am Hebewerk. Andere Motive könnten heute fast eins zu eins genauso fotografiert werden, etwa der Oberwieser Karnevals-Umzug der Schützen zu Rosenmontag. Es gehe ihm nicht um das Prädikat „künstlerisch wertvoll“, sagt Bomert. Er zeige einfach seine Bilder – unbearbeitet.

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