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Das Waltroper Rathaus an der Münsterstraße.

"Bürger des Jahres"

Der nächste Eklat kündigt sich an

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WALTROP - Am Dienstag steht das Thema „Bürger des Jahres“ auf der Tagesordnung der Ratssitzung (17 Uhr, Rathaus). Und es erscheint ungewiss, ob es diesmal diskreter und geräuschloser als im vergangenen Jahr über die Bühne geht.

„Frau / Herr ___ wird als Bürgerin / Bürger des Jahres 2018 vorgeschlagen“ steht als Beschlussvorschlag unter Punkt 5 auf der Tagesordnung. Wer nun diese Person ist, wird zwar erst in der Ratssitzung bekannt, ist aber zwischen Ratsfraktionen und Stadtspitze vorher besprochen. Eigentlich.

Im vergangenen Jahr hatte es bei der Abstimmung im Stadtrat kein einheitliches Votum für den Schützen-Vorsitzenden Ludger Grothus gegeben. Grünen-Ratsfrau Ingrid Täger brachte öffentlich einen Gegenvorschlag ins Spiel: Sie sah Ilker Günsal, Stefan Fürst und Benjamin Bode als Bürger des Jahres. Dieses Trio hatte federführend und mit viel persönlichem Einsatz den Bau des neuen Basketball-Feldes für jedermann am Sportzentrum Nord vorangetrieben. CDU, SPD und FDP aber blieben bei der Wahl von Ludger Grothus. Während sich Dorothee Schomberg (WA) enthielt und darauf verwies, eine Person wählen zu wollen und keinen Verein, verließen Grüne und Linke den Ratssaal bei der Abstimmung.

"Im Vorbeigehen angesprochen"

Ein einmaliger Eklat? Möglicherweise nicht. Denn auch diesmal scheint das Thema vor der Ratssitzung nicht besonders gründlich vorbereitet. Dr. Heinz-Josef Mußhoff, FDP-Fraktionsvorsitzender, sagte jedenfalls auf Anfrage, er wisse nicht, wer Bürger des Jahres werden solle. Mit ihm habe niemand darüber gesprochen. Nicht auszuschließen, dass das in der Ratssitzung öffentlich zum Thema wird. Aus anderen Fraktionen hört man, das Thema habe Bürgermeisterin Nicole Moenikes (CDU) quasi im Vorbeigehen angesprochen – nach dem Motto, der auf dem Tisch liegende Vorschlag gehe doch sicher klar.

"Reformbedürftig"

Und in der Tat gibt es wohl um die Person selbst, die diesmal der Waltroper Aufbruch vorgeschlagen haben soll, keine Kontroverse, wohl aber ums Grundsätzliche. In welchem Kreis und mit welchen Beteiligten man sich diesmal auf die zu ehrende Person verständigt hat, ließ sich nicht klären. Mindestens eine Fraktion war jedenfalls offenbar nicht dabei.

Der Name der Person, die es werden soll, ist der Redaktion bekannt. Wir nennen ihn aber bewusst nicht, um der Person keinen Schaden zuzufügen, falls sie – was unwahrscheinlich ist – am Ende nicht gewählt wird. SPD-Fraktionsvorsitzender Detlev Dick sagte unserer Zeitung, er habe die Bürgermeisterin bereits wissen lassen, dass aus seiner Sicht das Prozedere beim „Bürger des Jahres“ reformbedürftig sei. Unter anderem müsse geklärt werden, ob nur Einzelpersonen oder auch Gruppen geehrt werden dürften.

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