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Wie ist es um die Efeu bewachsenen Bäume in Waltrop bestellt? Müssen sich Waltroper wie unsere Praktikantin Lara Deckert Sorgen machen?

Bürger in Sorge

Sterben die Bäume im Moselbachpark?

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WALTROP - Einige Gehölze sind mit Efeu überwachsen. Ein Leser befürchtet das Schlimmste, die Fachfrau für Stadtgrün, Michaela Heßelmann, klärt auf.

Neu-Waltroper Gerd Kokot geht gern im Moselbachpark spazieren. Dabei sind seine Blicke an den mit Efeu bewachsenen Stämmen einiger Bäume hängen geblieben. „Fast die Hälfte der Bäume sind von Efeu bewachsen und könnten darum sterben“, befürchtet er.

Innerhalb von drei Jahren gefällt

Wie er darauf kommt? Er hat selbst bei einem Kastanienbaum an seinem vorherigen Wohnort Dortmund beobachtet, wie das kräftig gewachsene Gehölz innerhalb von drei Jahren gefällt werden musste. Wir haben Michaela Heßelmann, Fachfrau für Stadtgrün bei der Stadt Waltrop, gefragt, ob die Lage wirklich so dramatisch ist. Nach Rücksprache mit dem städtischen Gärtnermeister Hubert Benthaus vom Ver- und Entsorgungsbetrieb (V+E) gibt sie Entwarnung. „Einige Bäume sind mit Efeu bewachsen, aber nicht in einem Maße, in dem die Bäume darunter leiden“, erklärt sie.

Problem: Alter Lesegarten

Eine problematische Ecke sei allerdings der alte Lesegarten. Diesen hätte die Stadt seit einigen Jahren aus der Pflege genommen. Dort seien viele – allerdings kleine – Gehölze über und über mit Efeu bewachsen. Der alte Lesegarten werde im Rahmen der Parkumgestaltung aufgewertet, so Michaela Heßelmann. In Kürze soll es damit losgehen. Ein vollständiger Bewuchs der Eichen und Co. mit Efeu ist fatal. Bäume nehmen über die Blätter und die Rinde Kohlenstoffdioxid auf und stoßen Sauerstoff aus. Ist die Rinde vollkommen von Efeu bewachsen, können die Bäume sozusagen nicht mehr atmen, erklärt Heßelmann.

Baumkontrolleur unterwegs

Damit es den Bäumen im Moselbachpark und dem Rest der Stadt gut geht, gibt es einen speziell ausgebildeten Baumkontrolleur beim V+E, der mit der Pflege des Stadtgrüns beauftragt ist. Zweimal im Jahr, einmal mit und einmal ohne Laub, müsse er die Pflanzen von Krone bis Stamm-Ende genau betrachten. Fällt dem Baumkontrolleur dabei übermäßiger Efeubewuchs auf, so würden die Mitarbeiter des Ver- und Entsorgungsbetriebs die zum Teil mehrere Zentimeter dicken Ranken am Stammfuß kappen und der immergrünen Kletterpflanze so den Saft abdrehen. Im Park werden die absterbenden Pflanzenreste meist hängen gelassen und würden so über ein Jahr lang brauchen, bis sie abtrocknen und abfallen würden, so die Erfahrung der Fachfrau für Stadtgrün.

Besonders gefährdet

Besonders gefährdet sind Bäume mit einer ausgeprägten Borke. An glatten Stämmen können die Haftwurzeln des Efeus nicht hängen bleiben. Daher seien häufig Eichen und Robinien betroffen – aber die hat der Baumkontrolleur besonders im Blick.

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