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Das Waltroper Rathaus.

Bürgermeister-Kandidatur

Bisher bleiben alle in Deckung

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WALTROP - Erst in der zweiten Hälfte des kommenden Jahres ist wieder Kommunalwahl, aber ganz abwegig erscheint es nicht, sich schon jetzt darauf vorzubereiten. In Oer-Erkenschwick wollte die SPD schon Ende 2018 ihren Spitzenkandidaten präsentieren. Auch wenn das in der Nachbarstadt am Ende nicht gelang: Die Planungen laufen.

In Waltrop betonen die Parteien freilich auf WZ-Anfrage, die Wahl sei ja noch weit weg, man habe sich noch nicht auf einen Bürgermeister-Kandidaten festgelegt, Sachthemen stünden im Vordergrund. CDU-Parteichef Ludger Finke schreibt, die Christdemokraten seien „stolz“ auf ihre Bürgermeisterin. „Es ist einzig und alleine ihre Entscheidung, ob sie 2020 wieder Bürgermeisterkandidatin der CDU sein wird. Die Weichenstellungen für die CDU Waltrop sind von dem im Oktober 2019 neu zu wählenden Vorstand für Ende dieses Jahres geplant.“

"Intensive" Beschäftigung

Sein SPD-Gegenüber Marcel Mittelbach macht es auch knapp: „Grundsätzlich hat der SPD-Stadtverband den Anspruch, eine eigene Kandidatin oder einen Kandidaten aufzustellen“, lässt er wissen. „In den nächsten Wochen und Monaten werden wir uns daher sehr intensiv mit dem Thema beschäftigen.“ Ein offenes Geheimnis ist indes, dass er selbst Ambitionen und Chancen hat, dieser Kandidat zu werden. Bereits Erfahrung mit einer Kandidatur hat Dr. Heinz Josef Mußhoff. Der Multifunktionsträger der Waltroper Liberalen schreibt: „Bei den Freien Demokraten in Waltrop ist geplant, im April oder Mai eine Klausurtagung zur Vorbereitung auf die Kommunalwahlen durchzuführen. Hier werden die ersten Weichen gestellt werden, wie wir 2020 personell und inhaltlich antreten.“

"Arbeiten an Sachthemen"

Dorothee Schomberg (Waltroper Aufbruch) berichtet, der Aufbruch habe sich bei der montäglichen Sitzung nur kurz über die WZ-Anfrage austauschen können, da Gleichstellungsbeauftragte Patricia Neuhaus zu Gast gewesen sei. „Aus dem Umstand können Sie ersehen. dass wir derzeit an Sachthemen arbeiten und uns nicht konkret auf die Kommunalwahl in rund eineinhalb Jahren vorbereiten. Insofern haben wir auch keinen Kandidaten ober Kandidatin für die Bürgermeisterwahl ,ausgeguckt’ (wir werden diesen/diese wählen).“ „Die Personalentscheidungen werden bei uns basisdemokratisch getroffen“, erklärt Monya Buß (Grüne). „Wir möchten unseren Mitgliedern auch dieses Mal wieder die Chance geben, über unsere Kandidatinnen und Kandidaten für die Kommunalwahl 2020 zu entscheiden. Daher können wir diese Frage erst im Laufe des Jahres beantworten.“

Weniger Kandidaten?

Von großer Bedeutung wird sein, ob die Stichwahl zum Bürgermeisteramt abgeschafft wird, denn davon wird wohl abhängen, wie viele Bewerber überhaupt in den Ring steigen. FDP-Mann Mußhoff: „Sollte keine Stichwahl bei der nächsten Kommunalwahl stattfinden, gehe ich davon aus, dass weniger Kandidaten antreten, da vermutlich der Versuch unternommen wird, einige wenige Kandidaten parteiübergreifend erfolgreich zu positionieren. Meines Wissens haben solche Gespräche bislang in Waltrop noch nicht stattgefunden, was angesichts der offenen Gesetzgebungslage nicht überrascht.“ Bei vielen Kandidaten und ohne Stichwahl würden die Chancen eines möglichen unabhängigen Bewerbers steigen, den man nicht aus den Augen verlieren darf: Jörg „Brokken“ Buxel. Noch hat er sich nicht öffentlich erklärt, aber dem Vernehmen nach wird sich der Veranstaltungs-Fachmann, der auch Erfahrung als Mitarbeiter des Ordnungsamtes hat, wieder zur Wahl stellen. Bei der letzten Kommunalwahl konnte man ihn noch als „Spaß-Kandidaten“ abstempeln, auch wenn man ihm mit dieser Einschätzung damals schon Unrecht tat. Immerhin kam er als aus dem Stand als Dritter ins Ziel, erzielte ein besseres Ergebnis als etablierte Ratspolitiker wie Dorothee Schomberg und Heinz Josef Mußhoff (Buxel 6,1 Prozent, Schomberg 5,1, Mußhoff 4,0). Wie Marcel Mittelbach vorrechnet, könnte bei fünf Kandidaten jemand Bürgermeister werden, der 21 Prozent der Stimmen der Wahl-Teilnehmer auf sich vereint. Wenn man von einer Wahlbeteiligung von 56 Prozent wie beim letzten Mal ausgeht, hätte der siegreiche Kandidat faktisch nur die Unterstützung einer kleinen Minderheit der Waltroper. Mittelbach: „Das fühlt sich nicht richtig an.“

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