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Hier ist nun klar zu erkennen: Der rechte Parkplatz ist für Familien, der linke ein Behindertenparkplatz.

Burger-Laden macht Rückzieher

Stellplatzablöse hemmt Stadtentwicklung

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WALTROP - Wer in Waltrop ein Geschäftslokal mieten oder Wohnungen bauen will, muss in der Regel Auto-Stellplätze nachweisen. Kann derjenige das nicht, muss er eine sogenannte Stellplatzablöse an die Stadt zahlen. Diese Ablöse ist mitunter teuer und hat jüngst einen Gastronomen abgeschreckt.

Die Ablösesumme liegt je nach Gebiet zwischen 3 000 und 3 645 Euro – pro fehlendem Stellplatz.

Ein Umstand, der die Entwicklung der Innenstadt behindert, wie ein aktueller Fall zeigt. Es geht um die Neueröffnung eines Burger-Ladens gegenüber der Woolworth (Hochstr. 78). Eigentlich war das schon beschlossene Sache, der Mietvertrag laut Immobilienmakler Ludger Ernesti unterschriftsreif. Doch im letzten Moment ist das Vorhaben geplatzt – wegen der teuren Stellplatzablöse.

Geschäftsmann hat sich wieder zurückgezogen

In diesem Fall hätte ein Parkplatz pro sieben Quadratmeter Gastfläche entweder nachgewiesen oder eben abgelöst werden müssen. Zu viel für den ansiedlungswilligen Gastronomen. Ludger Ernesti ärgert indes, dass die Stadtverwaltung hier nicht entgegenkommender war, um neue Geschäfte in die City zu bekommen.

Dezernent Andreas Scheiba weiß um das grundsätzliche Problem der Stellplatzablöse. „Das behindert unsere Stadtentwicklung und wir müssen das auch ändern“, sagt er auf Nachfrage unserer Redaktion. Jedoch sagt Scheiba auch deutlich, dass der Stadt im aktuellen Fall die Hände gebunden seien. „Auch wir müssen uns an geltendes Recht halten.“

Stadt will die Satzung ändern

Indes gibt es auch eine gute Nachricht. Denn die Stadt verfolgt den Plan, die für die Stadtentwicklung schädliche Satzung grundlegend zu ändern. Im Frühjahr nächsten Jahres, hofft Scheiba, könne er dem Stadtrat eine rechtssichere Neufassung vorlegen.

Weil die IG Stadt und Park durchgesetzt hat, dass der Edeka-Parkplatz hinter der Post kleiner wird (120 statt 147 Plätze), muss Investor TBI eine Ablöse für 27 Plätze zahlen. Auch dem Stadthallen-Anbau fehlen Stellplätze: elf für Pkw und sieben für Fahrräder. Investor Bauko muss dafür zahlen.

Übrigens: 100 000 Euro der bisher eingenommenen Stellplatzablöse sollen nun dazu verwendet werden, die Innenstadt fahrradfreundlicher zu machen: bessere Radwege, bessere Stellplätze (u.a.)

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