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Christa Müther erlebt derzeit an ihrer Schule lauter „letzte Male“: Die 64-jährige Rektorin der Waltroper Realschule wird am Donnerstag in den Ruhestand verabschiedet.

Christa Müther geht in Rente

„Ich habe 39 Jahre für die Realschule gebrannt“

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Waltrop - Rektorin Christa Müther geht in den Ruhestand. Ruhig ausklingen lässt sie ihr Berufsleben, das sie als „Lebensaufgabe“ bezeichnet, aber nicht.

Ein paar Tage nur noch bis zum Ruhestand. Mancher würde das Berufsleben da vielleicht ruhig ausklingen lassen. Wer sich in diesen Tagen mit Christa Müther (64) unterhält, der merkt vom ersten Satz an: Bei der Realschul-Rektorin, die am Donnerstag verabschiedet wird, ist das anders.

Herausforderung, Lebensaufgabe

In ihrer Mittelung in den Schulnachrichten liest sich das so: „Insgesamt 39 Jahre an der Realschule Waltrop – das ist eine lange Zeit, die ich sehr genossen habe, ja in der ich für die Schule gebrannt habe, immer mit dem Herzen dabei. Ich begriff und begreife diese Zeit als Herausforderung, Lebensaufgabe, zwischenmenschliche Bereicherung, Pulsschlag.“

Christa Müther hat die Grundwerte, nach denen „ihre“ Schule lebt, verinnerlicht. Sie wird auch heute nicht müde zu erklären, welche Bedeutung die Titel „Schule ohne Rassismus“ und „Europaschule“ haben, die die Einrichtung an der Ziegeleistraße seit 2012 trägt. Die Fahrten ins europäische Ausland, die vielfach preisgekrönten Projekte für Demokratie und Zivilcourage und gegen Rassismus – sie prägen das Profil der Schule. Die Zahl der Ex-Schüler der Realschule, die sich heute politisch engagieren, ist beachtlich. Gewiss kein Zufall.

„Unaufgeforderte Lebensfreude“

Der bei bevorstehenden Abschieden übliche Dank ans Kollegium und die Mitarbeiter, an Schüler, Eltern und die Schulverwaltung – bei Christa Müther wirkt er nicht pflichtschuldig, sondern auch der kommt von Herzen. „An dieser Schule begegnet einem jeden Morgen unaufgefordert Lebensfreude“ – das ist so ein typischer Müther-Satz, mit dem sie zusammenfasst, warum sie gerne und dankbar die Realschule führt. Fast vier Jahrzehnte Lehrerin an der Realschule, elf Jahre davon Schulleiterin – die Rahmenbedingungen waren nicht immer einfach: Zeitweise bestand die Schulleitung nur aus ihr selbst. Nur mithilfe der „sehr unterstützenden Arbeit der Kolleginnen und Kollegen“, so sagte sie damals, habe die Schule die Zeit ohne Konrektoren gut meistern können.

Im Sommer 2007 übernahm Müther die Schule

Christa Müther war selbst stellvertretende Schulleiterin. Im Sommer 2007 übernahm sie zunächst für ein Jahr kommissarisch die Nachfolge von Norbert Lützel. Dann wurde sie zur neuen Schulleiterin ernannt. Lange unbesetzt blieb auch die Stelle des schwer erkrankten und Ende Februar 2008 gestorbenen Konrektors Helmut Bauernfeind.

Mit Hania Kampa-Jansing und Stephan Helfen kamen 2009 zwei Konrektoren dazu. Heute ist Elisabeth Dalhues für Stephan Helfen da. Sie wird die neue Schulleiterin und die Schule gewiss im Sinne von Christa Müther weiterführen. Der bruchlose Übergang – auch ein Glücksfall.

Keine großen Reden

Um die 30 Kollegen hat Christa Müther im Laufe der Jahre verabschiedet, sie selbst ist noch da. Aber am Donnerstag ist die Berufslaufbahn auch für sie vorbei. Es sollen keine großen Reden geschwungen werden, das hat sie sich gewünscht. Lieber soll es ein Programm der Schüler geben. Und das wird es auch. Details: noch Geheimsache!

Und nun? Ruhestand? Schwer vorstellbar bei einer so energiegeladenen Frau. Aber Christa Müther wird die Zeit zu nutzen wissen. „Ich werde 2019 wenig zu Hause sein“, kündigt die kulturinteressierte Noch-Schulleiterin an. Italienisch lernen will sie auch. Langeweile wird sie jedenfalls nicht heimsuchen.

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