Dach-Haie sind unterwegs

Gauner steigen Senioren aufs Dach

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WALTROP - Es kommt immer wieder vor, dass dubiose Handwerker an der Haustür ihre Dienste anbieten. Jetzt haben zwei der sogenannten Dach-Haie in Waltrop ihr Unwesen getrieben.

Wie Dachdeckermeister Heinz Dieter Niehues berichtet, haben zwei Männer in Dachdeckermontur mit einem Trick 150 Euro ergaunert. Geschädigt wurden zwei Senioren an der Knappenstraße, die den „Dach-Haien“ gutgläubig den Zugang zu ihrem Dach gewährten. Dach-Haie, so nennt man Betrüger, die sich als Dachdecker ausgeben, um so Zahlungen ohne Leistung zu ergaunern.

150 Euro kassiert

Nach vermeintlich getaner Arbeit kassierten sie ein Honorar in Höhe von 150 Euro in bar. Ob repariert worden ist oder nicht, lässt sich nicht rekonstruieren. „Die Geschädigten sind in einem hohen Alter und haben nichts feststellen können“, berichtet Niehues.

Dachdecker bei Nachbarn

Wie lief die Masche der Dach-Haie in Waltrop ab? Wenige Tage vor dem Vorfall arbeiteten Niehues‘ Dachdecker tatsächlich in der Knappenstraße. Das war auch für die unmittelbare Nachbarschaft zu sehen. Was die Nachbarn nicht wussten: Das Personal von Niehues kehrte nach Beendigung der Arbeiten nicht mehr in die Knappenstraße zurück.

Schäden festgestellt

Stattdessen erschienen die Dach-Haie und erklärten, sie hätten während der Arbeiten am Nachbarhaus Schäden am Dach der beiden Senioren festgestellt. „Sie haben den Senioren dann erklärt, sie könnten dies schnell reparieren“, erzählt Niehues, der vom Schwiegersohn der Geschädigten von diesem dreisten Vorgehen erfuhr. Das Fatale an der Geschichte ist, dass sich die Dach-Haie als Mitarbeiter der Firma Niehues ausgegeben hatten. „Das ist in höchstem Maße rufschädigend“, sagt Niehues und erklärt: „Unsere Mitarbeiter tragen alle Berufskleidung mit unserem Namenszug. Wir schellen nicht einfach an Türen.“ Das mache kein seriöser Handwerker, stellt Niehues klar.

"Quittung kommt"

Die Dach-Haie verabschiedeten sich mit den Worten: „Eine Quittung wird in Kürze per Post kommen.“ „Da wir keine Leistung erbracht haben, können wir auch keine Rechnung ausstellen“, sagt Niehues, dem es auch darum geht, dass die Menschen gewarnt und sensibilisiert werden, „damit sich so etwas nicht wiederholt“. „Die Geschädigten haben zwischenzeitlich Anzeige erstattet“, berichtet Polizei-Pressesprecher Michael Franz und warnt ebenfalls eindringlich vor dieser miesen Masche. „Wenn Handwerker an der Haustür klingeln, sollte man immer skeptisch sein. Besser ist es, ein schriftliches Angebot einzufordern. Dann ist man eigentlich schon auf der sicheren Seite“, sagt Franz und rät den Bürgern „zu besonderer Vorsicht“.

Bislang der einzige Vorfall

Momentan ist der Vorfall in Waltrop der einzige in der Umgebung, der der Polizei bekannt ist. Dennoch kennen die Ordnungshüter diese Masche ganz genau. „Das kommt immer wieder vor. Von einer besonderen Häufung in letzter Zeit ist uns aber nichts bekannt“, so der Pressesprecher.

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