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Der Waltroper Bernd Niehues setzt sich für ein besseres Image des Handwerks ein. Der 21-Jährige ist im dritten Ausbildungsjahr im elterlichen Betrieb beschäftigt.

Dachdeckergeselle Bernd Niehues

Junger Botschafter fürs Handwerk

Waltrop - Bernd Niehues hat sich seinen Traum erfüllt. Als kleiner Junge hat er mit den Spielzeugkränen in der Sandkiste gewerkelt. Jetzt kann er große Kräne selbst bedienen – und sogar noch mehr. Der Waltroper absolviert eine Ausbildung zum Dachdeckergesellen und setzt sich zudem für ein besseres Image des Handwerks ein.

Bei einem Austausch der Handwerkskammer (HWK) Münster mit Norwegen wurde die Kammer auf den engagierten 21-Jährigen aufmerksam und wählte ihn aus, den Bezirk Münster beim Jugendbeirat in Berlin zu vertreten. Mitgefahren ist er auch, weil er Berlin erkunden wollte. Mit anderen Auszubildenden ging es durch die Hauptstadt. „Wir hatten Glück. Zu der Zeit war das ,Festival of Lights’ und das Brandenburger Tor war total schön angeleuchtet“, berichtet Niehues. Abends hätten sie dann gemeinsam Party gemacht.

Austausch über die Kampagne

Mit etwa 30 Auszubildenden verschiedener Gewerke aus ganz Deutschland tauschte er sich im Haus des Deutschen Handwerks mit den Machern der Imagekampagne fürs Handwerk über die Ideen für das nächste Jahr aus. „Ich hatte das Gefühl, dass meine Meinung auch ernst genommen wurde“, sagt der Waltroper. Gemeinsam bewerteten sie Werbeartikel für die Ausbildung im Handwerk, wie man am besten in den digitalen Medien junge Menschen anspricht und erzählten, wie sie selbst den Weg in ihren Beruf gefunden haben.

Nach dem Abi "aufs Dach"

Bei Bernd Niehues war das gar nicht so einfach. Als er nach seinem Abitur verkündet hatte, den Beruf des Dachdeckers erlernen zu wollen, sei das bei Bekannten auf Unverständnis gestoßen. „Die haben mich komisch angeguckt und erwartet, dass ich studieren gehe“, sagt er. Doch er wollte die Familientradition erhalten. 1990 gründete sein Vater den Betrieb Heinz-Dieter Niehues Bedachung. „Ich bin damit groß geworden und kann mir auch nicht vorstellen, woanders hinzuziehen“, sagt der Familienmensch. Er hat seinen Freundeskreis in Waltrop und ist auch im Schützenverein.

Draußen arbeiten

Am Beruf des Dachdeckers schätzt er die Vielseitigkeit und dass er sehen kann, was er geschafft hat – etwas, das über Jahre Bestand hat. „Ich arbeite gern draußen, den ganzen Tag vor dem Rechner zu sitzen, wäre nicht meins“, sagt Bernd Niehues. Im Familienbetrieb mit 15 Mitarbeitern sind junge Menschen ausdrücklich erwünscht. Aktuell sind dort drei Auszubildende beschäftigt und auch Praktikanten sind bei Niehues Bedachungen herzlich willkommen.

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