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Mit Flatterband haben gestandene Waltroper Lokalpolitiker und Passanten den AfD-Stand abgesperrt.

Dick (SPD) zum Thema AfD

"Schwierig, ein Pack-Ende zu finden"

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WALTROP - Der neue SPD-Fraktionsvorsitzende Detlev Dick sagt, hinsichtlich der AfD sei es in Waltrop "schwierig, ein Pack-Ende zu finden". Zwar hatten viele bei der Landtagswahl bereits die Partei gewählt, zumal in der Klöckner-Siedlung, aber kaum jemand stehe dazu.

"Wenn wir Hausbesuche machen, sagen uns alle, sie wählten die Partie nicht", sagte Dick, der auch Vize-Chef der Klöckner-Siedler ist. In der Tat erreichte die AfD in Teilen der Stadt praktisch ohne Wahlkampf zehn Prozent und mehr der Zweitstimmen. Vize-Parteichef Marcel Mittelbach berichtet, von denjenigen, die am Samstag in Waltrop für die AfD Wahlkampf gemacht haben, habe er niemanden gekannt.

Polizei im Einsatz

Beide äußerten sich auf Anfrage nach den Ereignissen am Samstagvormittag rund um den Kiepenkerlbrunnen, inklusive Polizeieinsatz. Erstmals in Waltrop hatte sich dort ein Wahlkampf-Stand der Alternative für Deutschland (AfD) postiert. Das wiederum fanden die übrigen Parteien und viele Bürger gar nicht lustig und ließen sich ordentlich was einfallen, um den AfD-Wahlkämpfern die Suppe zu versalzen. Ein paar Seifenblasen brachten einen AfD-Befürworter dabei auf die Palme.

Grünen-Fraktionsvorsitzende Monya Buß hatte am Rande des "abgeflatterten" AfD-Standes Seifenblasen gepustet - als Zeichen für Toleranz und gegen Rassismus. Das wiederum passte einem der AfD-Wahlkämpfer ganz und gar nicht, er moserte lautstark: "Unterlassen Sie das, oder Sie zahlen die Reinigung!"

Zuvor schon hatten Verantwortliche und Mitglieder von SPD, CDU, Linke, FDP und Grüne, die allesamt auch Wahlkampf in der Innenstadt machten, eine kleine Front gebildet gegen den AfD-Stand. Diverse Passanten schlossen sich an. Es soll sogar Anfeuerungsrufe aus Wohnhäusern gegeben haben.

AfD-Stand war genehmigt

Mit Flatterband sperrten die gestandenen Waltroper Lokalpolitiker den zweifelsfrei legalen AfD-Stand ab. Zumindest so lange, bis nach etwa 40 Minuten die Polizei eintraf. Die AfD hatte sie alarmiert. Nach Rücksprache mit dem Einsatzleiter haben die Beamten das Flatterband mit Verweis auf eine ordentliche Stand-Genehmigung eingesammelt. Es gebe daher keinen Grund, die AfD bei ihrem Wahlkampf zu behindern.

Auch Bürgermeisterin Nicole Moenikes war vor Ort. Sie wertete die spontane Aktion als "klares Signal an die AfD, dass wir diese Partei in Waltrop nicht haben wollen".

Angriff auf Grünen-Ratsherrin?

Derweil berichtete Grünen-Ratsherrin Ingrid Täger von einem "tätlichen Angriff" auf ihre Person. Ein AfD-Wahlkämpfer soll ihr das Flatterband aus der Hand gerissen und sie geschubst haben. Auf Nachfrage bei den AfD-Beteiligten hielten diese sich bedeckt, wenngleich der Beschuldigte zugab, er habe "der Dame das Flatterband aus der Hand nehmen wollen". Von einem Angriff könne aber auf keinen Fall die Rede sein.

Namentlich wollten die AfD-Wahlkämpfer indes nicht genannt werden. Trotz mehrfacher Nachfrage unserer Redaktion nannte keiner seinen Namen. Vielmehr verwies einer der AfD-Verantwortlichen darauf, dass "der Presse ohnehin nicht zu trauen ist".

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