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Hier sollen sich Industrie und Gewerbe ansiedeln.

"Dicker Dören"

Moenikes weist Sieraus Kritik zurück

WALTROP - Das muss heftig an ihm genagt haben. Dortmunds Oberbürgermeister Ullrich Sierau (SPD) attackiert Waltrops Bürgermeisterin Nicole Moenikes (CDU) aufgrund ihrer Aussagen zum geplanten Gewerbegebiet „Im Dicken Dören“.

Nachdem die Anwohner in Dortmund-Groppenbruch gegen die geplante Ansiedlung des Fahrzeugbau-Unternehmens Langendorf vor ihrer Haustür Sturm laufen und nach der Waltroper Kritik am Verhalten der Stadt Dortmund, hat Ullrich Sierau nun in einem Brief an seine Waltroper Amtskollegin seine Verwunderung über die geäußerte Kritik zum Ausdruck gebracht. Wie berichtet, hatte Moenikes in der September-Sitzung der Bezirksvertretung Mengede geäußert, die Stadt Dortmund habe Waltrop in dieser Sache mehr oder weniger abblitzen lassen. Ende dieses Monats nun wird Ullrich Sierau mit seiner Verwaltungsspitze in Mengede zu Gast sein und ist im Vorfeld bemüht, seine Sicht der Dinge darzustellen.

"Für Vorabinformation dankbar"

„Eine gute nachbargemeindliche Zusammenarbeit bedeutet aus Sicht der Stadt Dortmund, dass bei geplanten Vorhaben an der Stadtgrenze, wenn sie erwartungsgemäß direkte Auswirkungen auf das Gebiet und die Bevölkerung der Nachbarkommune haben, von Beginn an eine offene Kommunikation erfolgt und in Zusammenarbeit mit der Nachbarkommune eine für alle tragbare Lösung gesucht wird. Diese frühzeitige nachbargemeindliche Abstimmung ist im Fall ‚Im Dicken Dören‘ seitens der Stadt Waltrop nicht erfolgt“, schreibt Sierau. In dem Brief, der auch unserer Redaktion vorliegt, erlaubt sich Sierau im „P.S.“ noch eine Spitze: „Falls Sie wieder einmal zu Besuch nach Dortmund kommen sollten, um über Pläne der Stadt Waltrop zu berichten, wäre ich für eine Vorabinformation durchaus dankbar.“ Die Stadt Dortmund habe zwar bereits 2014 auf informellem Wege von der Planung Waltrops Kenntnis erhalten und anschließend auf verschiedene zu klärende Aspekte hingewiesen. Danach habe man allerdings von Waltrop keine Informationen mehr erhalten. „Dementsprechend überrascht waren meine Mitarbeiter, als wir durch die Einladung zum Scoping-Termin im Januar 2018 erfahren haben, dass das Planvorhaben in der Zwischenzeit relativ weit fortgeschritten ist“, sagt der OB. Während Nicole Moenikes das Fernbleiben Dortmunder Verantwortlicher bei diesem Vor-Ort-Termin kritisiert, entgegnet Sierau ihr direkt: „Im Sinne einer guten nachbargemeindlichen Abstimmung hätte ich es sehr begrüßt, wenn Sie die Stadt Dortmund bereits im Vorfeld in den weiteren Planungsprozess einbezogen hätten.“

Schad ist „überrascht von der Schärfe“

Bürgermeisterin Moenikes hat Sierau bereits geantwortet. In ihrem Schreiben führt sie detailliert und mit genauen Daten auf, bei welchen Gelegenheiten Vertreter der Stadt Dortmund von den Plänen und dem Fortgang der Dinge erfahren haben oder hätten erfahren können – wenn denn jemand aus Dortmund dabei gewesen wäre. Angefangen hatte das schon 2014, als Moenikes Dortmunds Wirtschaftsförderer bei der Fachmesse „Expo Real“ auf die Pläne ansprach. Was Sierau „informelle Wege“ nennt, bezeichnet Moenikes als einen durchaus üblichen Ort, um solche Dinge zu erörtern. Im September dieses Jahres hatte Moenikes, wie sie betont, gemeinsam mit ihrem Dezernenten Andreas Scheiba auf ausdrückliche Einladung der Mengeder Bezirksvertreterversammlung an deren Sitzung teilgenommen. Dies hatte sie Bezirksbürgermeister Wilhelm Tölch zuvor angeboten. Dieser wollte Rücksprache mit dem Dortmunder Rathaus und den weiteren Bezirksvertretern nehmen. Daraufhin kam die Einladung. Es dürfte daher für Sierau nicht überraschend gekommen sein, dass Moenikes in Mengede zu Gast war. Sie bietet Sierau am Ende ihres Briefes jedenfalls ein persönliches klärendes Gespräch in Waltrop an. Dominik Schad (SPD), Vorsitzender des Waltroper Stadtentwicklungsausschusses, zeigt sich auf Anfrage „überrascht von der Schärfe“ in Sieraus Brief. Zuletzt habe man den Eindruck gehabt, dass es mit Dortmund nach anfänglichen Schwierigkeiten ein Einvernehmen beim „Dicken Dören“ gebe. Er könne nicht beurteilen, welche Seite in der Absprache etwas versäumt habe. Für die nächste Sitzung des Fachausschusses will Schad einen Sachstandsbericht der Stadtverwaltung zum „Dicken Dören“ auf die Tagesordnung setzen.

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