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Entwicklung der Gebühren des V E in Waltrop von 2018 auf 2019

Dienstleistungen des V+E

Müll, Abwasser und Co. werden teurer

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Waltrop - Rund 44 Euro wird ein durchschnittlicher Vier-Personen-Haushalt im kommenden Jahr mehr für die Dienstleistungen des V+E bezahlen. Ein saftiger Aufschlag, das ist auch dem Waltroper Entsorger, eine Anstalt öffentlichen Rechts (AöR), bewusst. Aber wie kommt dieser Aufschlag zustande?

Entsorgungskosten

Vom Restmüll bis zum Bauschutt: Der V+E sammelt Abfälle in Waltrop zwar ein und nimmt sie am Bauhof entgegen, endgültig „beseitigt“ werden sie aber vom Abfallkraftwerk RZR in Herten. Und hier sind einige Preise in die Höhe geschossen. Drei Beispiele: Bringt der V+E Holz zum RZR, zahlt er 48 Euro pro Tonne für die Entsorgung. Vor zwei Jahren war das noch deutlich günstiger (20 Euro). Mehr zahlt der V+E auch für die Entsorgung von Biomüll (+10 Euro/Tonne) und Gartenabfällen. Insbesondere letztere Gruppe erlebt einen Entsorgungskosten-Boom: Von 27 Euro/Tonne in 2016 ist der Preis aktuell schon auf 42,45 Euro gestiegen. Tendenz weiter steigend: Im kommenden Jahr geht’s dem Vernehmen nach rauf auf durchschnittlich 52,55 Euro.

Weniger Erlöse

Dass China seine Importrichtlinien ändert, schlägt bis nach Waltrop durch. Um etwa 70.000 Euro wird der Erlös einbrechen, den der V+E bisher mit dem Altpapier erzielt hat. So ist das sogenannte Mischpapier qualitativ zwar noch immer das gleiche, die Anforderungen haben sich aber geändert. „Gutes“ Altpapier ist jetzt nur noch mittelmäßig – und dafür gibt’s weniger Geld.

„Fremde“ Kunden

Der Bauhof ist zunächst nur für Waltroper Bürger da. Weil die Preise dort in einigen Bereichen – etwa beim Holz oder Bauschutt – bisher vergleichsweise günstig waren, kamen viele Auswärtige und Gewerbetreibende zum Entsorgen. Bis zu 20 Prozent der Kunden seien laut V+E beispielsweise montags Fremdanlieferer. Das Problem: Seinen teuren Entsorgungspreis beim RZR hat der V+E in den genannten Bereichen bisher nicht an seine (Waltroper) Kunden weitergegeben. Das sei so lange kein Problem, wie die Bauhof-Kunden nur aus Waltrop kommen. Stichwort Quersubventionierung über den Restmüll. Zwar würde man regelmäßig schon Kunden aus anderen Städten abweisen, jedes Fahrzeug zu kontrollieren sei in der Praxis aber nicht möglich, sagt der V+E. Das Ergebnis: Auch hier werden die Gebühren angezogen.

Neue Wertstofftonne

Dass die Abfallgebühr (inkl. Grundbetrag) für unseren vierköpfigen Musterhaushalt um über 12 Euro steigt, liegt zum Großteil an der neuen Wertstofftonne. Knapp unter 8 Euro beträgt der Anteil der neuen Tonne.

Wasserverbände

Der (u.a.) aus Ratsmitgliedern bestehende Verwaltungsrat des V+E hat am Dienstagabend beschlossen, dem Stadtrat die Erhöhung der Beiträge so zu empfehlen. In der Regel folgt der Rat der Empfehlung.

Emschergenossenschaft und Lippeverband heben ihre Beiträge um rund 43.000 Euro an. Auch diese Preissteigerung gibt der V+E weiter.

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