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Monya Buß referierte zu "100 Jahre Frauenwahlrecht".

Diskussion zu "100 Jahre Frauenwahlrecht"

Frauen-Power in Waltrop

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Waltrop - 100 Jahre Frauenwahlrecht in Deutschland - das war für die Waltroper Grünen der Anlass, zu einer Gesprächsrunde unter der Überschrift „100 Jahre Frauenwahlrecht in Deutschland – wo stehen wir heute?“

Monya Buß, Fraktionsvorsitzende der Grünen, brachte die Anwesenden ins Thema mit einem kurzen historischen Abriss, bevor es dann ans Eingemachte, Aktuelle ging: 30,7 Prozent Frauen sitzen zurzeit im Bundestag. Die CDU/CSU-Fraktion verzeichnet 19,9 Prozent Frauenanteil, die AfD nur 10,8 Prozent. Linke und Grüne kommen auf 53,6 bzw. 58,2 Prozent – beide haben in ihren Satzungen eine Frauenquote stehen, die vorsieht, dass alle Ämter mit einem Frauenanteil von mindestens 50 Prozent besetzt werden. Natürlich sei Geschlecht nur ein Faktor von Individualität, sagte Monya Buß, aber trotzdem sei es doch erstrebenswert, dass beide Geschlechter gleichmäßig in Politik vertreten seien.

Wie sieht's in Waltrop aus?

Und wie sieht’s in Waltrop aus? Immerhin ist hier schon die zweite Frau in Folge im Bürgermeister-Amt: Nach Anne Heck-Guthe (SPD) kam Nicole Moenikes (CDU). Beide waren bei der Diskussion am Samstag mit dabei und erzählten von ihren Erfahrungen. Dass sie häufig als „das Mädchen“ bezeichnet wurde, wusste Anne Heck-Guthe zu berichten. Und: Es sei mit Jochen Münzner ein Mann gewesen, der sie einst ermutigte, in der Politik aktiv zu werden. Heck-Guthe ist ausgebildete Heilpädagogin und Erzieherin, und sie habe sich mit Blick auf den Waltroper Rat irgendwann gedacht: „Da entscheiden lauter alte Männer über Kindergärten und Schulen!“ „Dann komm doch mal und bring dich ein“, habe Altbürgermeister Jochen Münzner dann zu ihr gesagt.

Schule und Kultur

Tatsächlich sind Schule und Kultur Themenbereiche, in denen Frauen häufig in der Politik aktiv sind. Auch Nicole Moenikes kam seinerzeit über ihre Tätigkeit als Schulpflegschaftsvorsitzende zur Politik. Die amtierende Bürgermeisterin berichtet aber, gefragt nach dem Stand der Gleichberechtigung in der Stadtverwaltung, auch hiervon: Bis zu einem gewissen Punkt würden sich Frauen auf Stellenausschreibungen bewerben. Aber gehe es um Führungspositionen, sei die „Bewerbungsfreudigkeit“ dann doch bei Männern viel stärker ausgeprägt. „Frauen haben sich oft eingerichtet. Es fällt dann schwer, sie für Führungspositionen zu motivieren“, so Moenikes.

Mit Weinprobe

Die Diskussion, die mit einer Weinprobe verbunden war, wurde dann schnell auf alle Anwesenden ausgedehnt. Und man war sich einig, dass in Waltrop doch durchaus schon einiges an Frauen-Power im Gange ist: Nicht nur, dass alle (!) Schulleitungsstellen mit Frauen besetzt sind – auch viele Geschäfte würden von Frauen geführt.

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