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Die Solarmodule auf dem Dachdecker-Dach.

Dreischhoffs sind überzeugt

Photovoltaik-Anlagen lohnen sich doch

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WALTROP - 425 neue Solarmodule befinden sich jetzt hoch oben auf der Dachdeckerei Dreischhoff. Doch das ist lange nicht die einzige Photovoltaik-Anlage in der Stadt.

Photovoltaik-Anlagen lohnen sich nicht mehr, heißt es. Michaela und Uwe Dreischhoff sehen das anders. Die beiden Waltroper haben sich im Februar vergangenen Jahres dazu entschlossen, 425 Solarmodule auf dem Dach von Wohnhaus und Dachdeckerei auf dem Gelände der ehemaligen Zeche installieren zu wollen. Es fehlen nur noch die abschließenden Arbeiten.

Zwölf Anlagen

Doch Familie Dreischhoff ist nicht die einzige, die Solarenergie in Waltrop erzeugt. 443 öffentliche Einheiten zur Stromerzeugung sind für Waltrop bei der Bundesnetzagentur gemeldet. Zusammengerechnet ergeben all diese Anlagen eine Nettoleistung von rund 13.000 Kilowatt pro Stunde. Ungefähr eine Kilowattstunde braucht eine handelsübliche Waschmaschine pro Waschgang. Zwölf Photovoltaik-Anlagen sind auf städtischen Dachflächen installiert. Sie sind auf der Franckeschule, auf der Turnhalle der Lindgrenschule I, auf der Lindgrenschule II (5), auf der Gesamtschule an der Brockenscheidter Straße, auf der Schule Oberwiese, der Real- und der Galenschule angebracht. Diese Anlagen sind seit 2009 beziehungsweise 2010 an Privatpersonen und Firmen vermietet. Auf unsere Fragen, wie viel Strom dort produziert wird und wer diesen nutzt, wollte Stadtsprecherin Patricia Neuhaus mit dem Hinweis auf Datenschutz nicht antworten.

Montage dauerte drei Wochen

Gern Auskunft über seine Solaranlage gibt Uwe Dreischhoff. Das Montieren der Solarmodule ging innerhalb von drei Wochen über die Bühne. „Das machen einem die Hersteller recht leicht“, sagt er. Sehr viel länger dauerte die Bürokratie drumherum– unter anderem der Austausch mit Westnetz und der Bundesnetzagentur.

Je nach Wetterlage rechnet sich die Anlage bereits nach zehn bis zwölf Jahren. Aber das war nicht der einzige Grund, warum sich das Ehepaar dafür entschieden hat: „Es ist schön, alternativen Strom zu produzieren. Es reicht für den Eigenbedarf und den Überschuss können wir einspeisen“, berichtet Uwe Dreischhoff. Bis zu einer Leistung von 140 Kwp (Kilowatt peak, bezeichnet die höchste elektrische Leistung, die ein Gerät umsetzen kann) Strom können die Module produzieren. Damit könnte schon fast das ganze Industriegebiet auf dem Zechengelände versorgt werden, schätzt er mit einem Augenzwinkern.

Dass der Strom auch ordnungsgemäß fließt, darum kümmert sich Elektromeister Nils Kußerow. Der junge Waltroper musste sich in vieles einlesen und hat jetzt den Durchblick: „Bei so einer Riesen-Anlage mussten wir sehen, dass wir die entstehende Wärme irgendwo ableiten“, sagt er. Auch die haushaltsüblichen Stromzähler würden bei der Energiemenge durchschmoren, weiß er. Darum mussten noch einmal vier neue Zähler für die komplette Anlage angebracht werden. Auch ein größeres Kabel soll noch von der Straße zum Haus gelegt werden. Dass die Solarmodule Strom produzieren, hat der „Glühbirnentest“ vor einer Woche bewiesen. In drei bis vier Wochen soll der Strom ins Netz fließen.

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