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Der Dampf des Trianel-Kraftwerks in Lünen ist deutlich in Waltrop wahrzunehmen. Hier ein Blick von der Taeglichsbeckstraße.

"Dunkelflaute"

Es dampft erheblich

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WALTROP - Dunkelflaute nennt man in der Energiewirtschaft den Zustand, wenn Windenergie- und Photovoltaik-Anlagen in einer Region wegen Flaute oder Schwachwind und zugleich auftretender Dunkelheit nur wenig Energie produzieren. Das ist dann die Stunde der konventionellen Kraftwerke, zum Beispiel des Trianel-Steinkohlekraftwerks in Lünen an der Stadtgrenze zu Waltrop.

Gleichzeitig ist es zurzeit kalt, der Energiebedarf also hoch. Man spricht von einer „kalten Dunkelflaute“ – erst recht ein Fall fürs Kohlekraftwerk. Denn so funktioniert unser Energiesystem: Energie aus Wind und Sonne hat Vorrang, aber wenn der Wind nicht weht und die Sonne nicht scheint, werden die konventionellen Kraftwerke weiterhin für die Versorgungssicherheit gebraucht, so lange die Speicher-Technologie für Sonnen- und Windenergie noch nicht weit entwickelt ist. Weil daher auch das 750-Megawatt-Kraftwerk an der Stadtgrenze Lünen/Waltrop unter Volllast fährt und wegen der Wetterlage sind die Schwaden, die aus dem 160 Meter hohen Kühlturm kommen, zurzeit an klaren Tagen weithin zu sehen. Das sei ganz normal, sagt Trianel-Sprecherin Dr. Nadja Thomas. Technische Auffälligkeiten gebe es beim Betrieb der Anlage nicht.

Typisch in Spätherbst und Winter

Was man derzeit erlebt, ist durchaus typisch für die Jahreszeit: Vor allem im Spätherbst und im Winter treten nämlich Dunkelflauten auf. Dies liegt daran, dass die Tage dann kurz sind, die Sonne niedrig steht und dass es – so wie am Sonntag – oft trübes Winterwetter gibt. Und selbst wenn die Sonne scheinen würde – wenn Schnee auf den Photovoltaik-Anlagen liegt, können sie auch keinen Strom produzieren. Das Kraftwerk, wegen der beschriebenen Rahmenbedingungen wirtschaftlich seit den ersten Tagen unter Druck und dazu noch juristisch vom Umweltverband BUND bekämpft, kann nun einstweilen seine Kapazitäten ausspielen. Ein Revisions-Stillstand sei in der nächsten Zeit nicht geplant, sagt Trianel-Sprecherin Thomas auf Nachfrage.

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