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Christoph Polarczyk (li.) und Martin Jürgens zeigen den Motor des Elektro-Autos

E-Auto als Fahrschulwagen

Polarczyk macht den Anfang

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WALTROP - Christoph Polarczyk schwärmt von seinem neuen Fahrschul-Wagen, den man kaum kommen hört: Er hat ein Elektro-Auto angeschafft und will damit seinen kleinen Beitrag zur Mobilitätswende leisten. Benziner-Schaltwagen sind für ihn „Technik von gestern“.

Aber ein E-Auto als Fahrschulwagen – ist das überhaupt praktikabel? Beispiel Reichweite: Rund 200 Kilometer weit kommt der Golf mit einer Aufladung – das wäre zu wenig im Vergleich zu einem „normalen“ Fahrschulwagen mit Verbrennungsmotor. Mit dem legt ein in Vollzeit beschäftigter Fahrlehrer ohne Weiteres einige Kilometer mehr am Tag zurück, wenn zum Beispiel Autobahnfahrten auf dem Plan stehen. Doch dass das E-Fahrzeug ständig im Einsatz sein wird, damit rechnet Polarczyk ohnehin nicht. Denn ein E-Auto ist ja kein Schaltwagen und damit kann man auf dem E-Auto auch „nur“ den Automatik-Führerschein machen. Denn die Gesetzeslage ist so: Wer seine praktische Fahrprüfung auf einem Fahrzeug mit Automatik-Getriebe macht, darf kein Auto mit Schaltgetriebe fahren. Umgekehrt geht es. Zudem sind Fahrstunden auf dem E-Auto auch noch eher teurer als die auf herkömmlichen Modellen. Eine deutsche EU-Initiative, an den Regeln hinsichtlich der Gültigkeit eines Automatik-Führerscheins etwas zu ändern, sei jüngst gescheitert, berichtet Christoph Polarczyk. Die Idee war, dass man später auch dann einen Schaltwagen fahren darf, wenn man eigentlich auf einem Automatik-Fahrzeug gelernt hat und geprüft wurde und nur ein paar Schaltwagen-Stunden nachweisen kann – möglicherweise sogar auf einem Simulator.

Erst 26 E-Autos in Waltrop

Doch das ließ sich nicht durchsetzen. So hat Polarczyks E-Auto zwar – ganz frisch – ein zweites Pedalen-Set auf der Beifahrerseite, so dass es sich als Fahrschulwagen verwenden lässt, aber es wird vorerst wohl vor allem als Werbeträger für die Fahrschule und für E-Mobilität durch die Lande fahren. Letztere Werbung scheint auch notwendig, denn laut Kreis-Pressesprecher Jochem Manz sind in Waltrop zurzeit gerade einmal 26 E-Autos registriert. Im ganzen Kreis sind es nach jüngsten Zahlen 404 Fahrzeuge. Wie viele davon in Fahrschulen im Einsatz sind, dazu kann Manz nichts sagen. Nur wenige E-Autos gibt es also in Waltrop. Da ist es der Sache nicht dienlich, wenn auch noch die Lade-Technik an einem zentralen Ort in der Stadt streikt. Eine Sprecherin von Westnetz, Tochter des Ladesäulen-Betreibers Innogy, bestätigt auf Anfrage, dass die erst jüngst im Beisein der Bürgermeisterin eingeweihte E-Ladesäule am Rathaus Anfang Januar wegen eines defekten Bauteils einige Zeit nicht zur Verfügung gestanden habe. Inzwischen, so versichert sie, funktioniere alles aber wieder reibungslos.

Stadt will am Ball bleiben

Polarczyks Begeisterung für E-Autos trübt das alles nicht. „Einer muss ja mal den Anfang machen“, sagt er als Begründung für seine Investition. Die Stadt will beim Thema E-Mobilität derweil am Ball bleiben. Ein E-Fahrzeug sei beim Hersteller bestellt, berichtet Sprecherin Patricia Neuhaus. „Anschließend wird das Fahrzeug noch mit Werbung versehen, danach kann es übergeben werden.“ In etwa acht Wochen könnte es so weit sein, erfuhr die WZ am Rande eines Termins bei der Feuerwehr.

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