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Eichenprozessionsspinner haben im vergangenen Jahr auch Bäume am Stutenteich befallen.

Eichenprozessionsspinner

Kleine Raupe - große Gefahr

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WALTROP - Die Brennhaare des Eichenprozessionsspinners verursachen allergischen Reaktionen bis hin zu Asthma-Anfällen. Aber die Stadtverwaltung tut etwas dagegen.

Ohne giftige Chemie ist dem Eichenprozessionsspinner vorbeugend kaum beizukommen. Das ist heruntergebrochen die Aussage, die Stadt-Sprecherin Patricia Neuhaus auf Nachfrage unserer Redaktion von der städtischen Grün-Expertin Michaela Heßelmann übermittelt. Sie rechnet in diesem Jahr mit einem ähnlich starken Befall, wie es ihn im Stadtgebiet auch 2018 gab. Die Witterung für die giftigen Raupen sei wieder günstig gewesen, stellt Heßelmann fest.

Insektizide kontraproduktiv

Chemische Bekämpfungsmittel werden in Waltrop allerdings nicht ausgebracht. Das verbietet unter anderem ein Ratsbeschluss. Der Einsatz von Insektiziden sei langfristig gesehen kontraproduktiv, da auch die natürlichen Feinde des Eichenprozessionsspinners angegriffen würden, schildert Michaela Heßelmann. Umwelt- und Naturschutz hat hier Vorrang, weshalb die Stadtverwaltung auch auf das Ausbringen von Mitteln verzichtet, die mit einem bestimmten Bakterium versehen sind, dem „Bacillus thuringiensis“. Das könnte zwar gegen die Nachtfalter-Raupen, also die Eichenprozessionsspinner, helfen, würde laut Heßelmann jedoch auch andere Schmetterlingsraupen schädigen.

Fachfirma entfernt Nester

Etwa 150 Nester des Eichenprozessionsspinners hat eine Fachfirma vergangenen Sommer in Waltrop mit einem Spezial-Sauger abgesaugt. Rund 6 000 Euro hat das gekostet. Während man bei der Stadt froh war, überhaupt einen Anbieter mit Absauganlage gefunden zu haben – die Nachfrage war städteübergreifend groß, die Firmen rar – scheint sich die Lage zumindest hier entspannt zu haben. Drei Firmen stünden der Stadt in diesem Jahr zur Verfügung, teilt Michaela Heßelmann mit. Sie betont, dass das Absaugen der Nester außerordentlich wichtig sei. Andernfalls könnten die Raupen Eier legen und sich noch rasanter ausbreiten. Wurde ein Raupen-Nest einmal abgesaugt, kann es im Folgejahr dennoch erneut zum Befall des selben Baumes kommen.

Nester melden

Erkennbar sind die Raupen der Eichenprozessionsspinner an ihrer bläulich-schwarzen Färbung und den Nestern, die bis zu einem Meter lang werden können und an Stämmen oder Astgabeln haften. Die Raupen des Schmetterlings ernähren sich hauptsächlich von Eichenblättern, seltener auch von Buchen- und Ahornblättern. Einer der wenigen natürlichen Feinde ist der Kuckuck, der die Raupen trotz der Brennhaare verspeist. Sie zeigen bei ihm keinerlei Wirkung. Menschen, vor allem Kinder sollten sich aber von den Nestern fernhalten und jeden Kontakt vermeiden. Bei Berührung kann es zu allergischen Reaktionen bis hin zu Asthma-Anfällen kommen. Auch für Hunde kann der Kontakt gefährlich werden; u.a. können die empfindlichen Schleimhäute Schaden nehmen. Im Ernstfall sollte ein Tierarzt aufgesucht werden.

Wer ein Eichenprozessionsspinner-Nest entdeckt, kann es bei der Stadt melden unter: 02309/9300. Befallene Bäume auf Privatgrundstücken müssen die Eigentümer selbst entfernen lassen, die Stadt vermittelt bei Bedarf.

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