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Der Müll im Seniorenzentrum Hirschkamp wird künftig nur noch halb so oft abgeholt.

Entsorger lag "deutlich drüber"

Müll-Streit: Richter rüffelt den V+E

Waltrop - Im Streit um scheinbar überflüssige Mülltonnenleerungen hat das Seniorenzentrum Hirschkamp am Mittwoch vor dem Verwaltungsgericht in Gelsenkirchen einen Teilerfolg erzielt. Statt zweimal leert der Ver- und Entsorgungsbetrieb (V+E) den Restmüll am Neuen Weg 20 ab Juni nur noch einmal pro Woche.

Weil das Seniorenzentrum nun künftig seine Abfallgebühren deutlich senken kann, quittierte man die Neu-Regelung gestern mit sichtbar zufriedenen Gesichtern. Doch auch aufseiten des V+E gaben sich die Vertreter alles andere als unzufrieden. „Wenn die Zustände auch so in Ordnung sind, ist das ein Kompromiss, mit dem auch wir leben können“, sagte Christoph Telaar im Prozess.

Gebührenanteil halbiert sich

Im Detail heißt es nun ab Juni für das Seniorenzentrum: Die drei V+E-Großmülltonnen mit je 1.100 Litern bleiben wie bisher stehen, werden jedoch nur noch einmal pro Woche abgeholt. Quintessenz: Der Gebührenanteil für die wöchentliche Abfallentsorgungs-Menge halbiert sich.

Um die vom Seniorenzentrum angestrebte Restmülltonnen-Reduzierung gärt bereits seit Jahren ein Streit mit dem V+E. Seit 2012 hatte die Pflegeeinrichtung regelmäßig offizielle Vorstöße gemacht und immer wieder eine Reduzierung auf eine statt drei 1.100-Restmülltonnen beantragt. Weil der Wunsch jedoch durchweg negativ beschieden worden war, hatte die Betreiberfirma den V+E schließlich verklagt.

Auch der Wunsch des Seniorenzentrums war unrealistisch

Ehe die Richter gestern erfolgreich eine Einigung per Vergleich anregten, ließen sie klar durchblicken, dass beide Seiten Abstriche von ihren Forderungen hätten machen müssen. Der Wunsch des Seniorenzentrums – eine große Restmülltonne, die nur alle vier Wochen geleert wird – sei unrealistisch, hieß es. Gemessen am Restmüllbedarf habe aber auch die bisherige Praxis des V+E „deutlich drüber“ gelegen.

Was das Seniorenzentrum Hirschkamp im großen Stil geärgert hat, ärgert auch viele „Normalbürger“. Denn auch hier hatte der V+E jüngst etliche Bescheide an Bürger herausgeschickt, mit dem Hinweis, dass sie größere (und damit teurere) Mülltonnen vorzuhalten hätten.

Daraufhin meldeten sich Dutzende Leser in unserer Redaktion und beschwerten sich über das Vorgehen des V+E. Die Begründung war stets die gleiche, Tenor: „Unsere Tonne wird jetzt schon nicht voll, warum sollen wir dann eine größere bestellen?“

Der V+E stellte sich bisher jedoch stur und blieb bei seiner Forderung nach größeren Tonnen, die freilich im Einklang mit der städtischen Satzung steht. Auch hier hatten einige Bürger Klagebereitschaft signalisiert.

Hintergrund für den Reduzierungswunsch war, dass für die so genannten Inkontinenzabfälle (u.a. Einwegwindeln, Bettunterlagen, Handschuhe) vom Pflegezentrum seit Jahren drei zusätzliche Tonnen aufgestellt sind, die regelmäßig separat von dem Entsorgungsunternehmen „Remondis“ entsorgt und danach in einer Oberhausener Verbrennungsanlage „energetisch verwertet“ werden. Der Bedarf an Restmüllentsorgung war danach naturgemäß weniger geworden.

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