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Waltrop von oben: Hier zu sehen ist Langendorf.

Entwicklungs-Stillstand?

Vortmann beantragt Rats-Sondersitzung

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Waltrop - CDU-Fraktionschef Wilfried Vortmann wählt deutliche Worte: „Ohne eine Änderung des Entwurfes des Regionalplans Ruhr wird es für Waltrop auf Jahrzehnte hinaus zu einem Stillstand in der weiteren Entwicklung unserer Stadt kommen.“ Er beantragt sogar eine Sondersitzung des Stadtrates.

Es ist das neue Planungsrecht für die Städte im Ruhrgebiet, gegen das sich die CDU wehrt. Die Stadt kommt dem Wunsch nach, wie Sprecherin Patricia Neuhaus bestätigte: Am Dienstag, 26. Februar, um 19 Uhr soll im Anschluss an die Sitzung des Gewerbeflächen- und Umweltausschusses (diese beginnt um 17 Uhr) der Rat zusammenkommen.

Waltrop stehen  keine zusätzlichen Wohn- und Gewerbeflächen zu

Darum geht es: Ende August 2018 wurde der neue Entwurf des Regionalplans in die Verbandsversammlung des Regionalverbands Ruhr (RVR) eingebracht und der Erarbeitungsbeschluss gefasst. Jetzt können Behörden und Bürger dazu Stellung nehmen; die Städte des Kreises RE haben das auch gemeinsam bereits getan. Doch es soll noch eine eigene Eingabe der Stadt Waltrop geben, denn Politik und Stadtverwaltung vor Ort haben zu dem Thema einiges zu sagen. Der Stein des Anstoßes: Nach RVR-Berechnungen stehen der Stadt Waltrop im neuen Entwurf des Regionalplanes keine zusätzlichen Wohn- und Gewerbeflächen zu, weil es noch genügend Reserveflächen gebe. Diese Rechnung will die Stadt so nicht akzeptieren. Dezernent Andreas Scheiba erklärt, der RVR gehe für Waltrop von veralteten Informationen aus: Man tue so, als ob die Fläche, auf der das Neubaugebiet Großer Kamp (12 Hektar) entstanden ist, noch frei wäre und dass der Gewerbepark Leveringhäuser Feld viel weniger stark bebaut sei als er tatsächlich inzwischen ist. Auf der 18-Hektar-Fläche seien noch ganze drei Hektar frei. Ebenfalls nicht mehr aktuell seien die zugrunde gelegten Bevölkerungszahlen aus dem Zensus von 2011. So komme der RVR fälschlicherweise zu der These, dass es noch genug Reserven gebe.

Hovenjürgen fortert Stellungnahmen

Dadurch, dass nicht nur der Fachausschuss, sondern der gesamte Stadtrat die zusätzliche Stellungnahme abgibt, erhofft sich die CDU zusätzliches Gewicht dafür. Die Frist zur Abgabe einer Stellungnahme endet am 1. März. Josef Hovenjürgen (CDU), Vorsitzender RVR-Verbandsversammlung, hatte die Städte aufgefordert, von der Möglichkeit einer eigenen Stellungnahme Gebrauch zu machen.

Ausdrücklich kein Konflikt-Thema in diesem Zusammenhang ist das Areal „Dicker Dören“. Hier arbeitet die Stadt mit dem RVR, was das Planungsrecht angeht, nach eigenen Angaben gut zusammen. Um die Verlagerung des Fahrzeugbauers Langendorf zu ermöglichen, wurde die Änderung des noch aktuellen Regionalplans eingeleitet. Die Stadt bedankt sich im Entwurf ihrer Stellungnahme „ausdrücklich“ für die konstruktive Unterstützung durch die Planungsbehörde.

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