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Pfarrer Dr. Carsten Roeger hält die gekreuzten Blasius-Kerzen. Im Hintergrund eine Marien-Darstellung.

Februar auf dem Prüfstand

Auch in der Bibel gab's schon Bauernregeln

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WALTROP. - Was sagen die Bauernregeln für den Monat Februar und welche Rolle spielt dabei die Kirche? Die WZ hat Pfarrer Dr. Carsten Roeger befragt.

„An Lichtmess fängt der Bauersmann neu mit des Jahres Arbeit an“, sagt eine Bauernregel. Wer sich mehrere dieser schlauen Sprüche durchliest, wird schnell merken, dass so ziemlich jeder mit dem Namen eines Heiligen oder eines Feiertages verknüpft ist. Für den 2. Februar ist dies Mariä Lichtmess oder die Darstellung des Herrn, also der Moment, an dem Maria und Josef Jesus erstmals mit in den Tempel nahmen.

Andere Wochenstruktur

Jeden Monat in diesem Jahr untersucht die WZ-Redaktion gemeinsam mit einem Experten ausgewählte Bauernregeln auf ihre Hintergründe. Diesmal erläutert Pfarrer Dr. Carsten Roeger, welche Bedeutung die Heiligen haben und welche Feiertage bis heute für viele Gläubige eine große Rolle spielen. Früher sei die Woche anders strukturiert gewesen. Die Menschen hätten sich, gerade in katholischen Gebieten, anders verabredet. „Sie haben zum Beispiel gesagt: Wir treffen uns an Valentin und nicht, wir treffen uns am 14. Februar“. Eine Bauernregel für diesen Tag besagt zum Beispiel: „Hat der Valentin viel Regenwasser, wird der Frühling noch viel nasser“. Doch an diesem Tag der Verliebten hat es in Waltrop keinen Tropfen geregnet.

Ein Erntesegen?

Bis heute eine Rolle im Feiertagskalender spielt St. Blasius von Sebaste, der 3. Februar. Am darauffolgenden Sonntag holen sich viele Gläubige den Blasiussegen ab, der gegen Halskrankheiten helfen soll. Der Segen wird mit zwei gekreuzten Kerzen gespendet. „St. Blas‘ und Urban (25. Mai) ohne Regen folgt ein guter Erntesegen“. Nur 0,6 Liter pro Quadratmeter regnete es in diesem Jahr in Waltrop. Bleibt abzuwarten, ob es zu viel für eine gute Ernte war. Dem entgegen steht die Bauernregel für den 5. Februar: „An St. Agathe Sonnenschein, bringt recht viel Korn und guten Wein“. Leider gab es keine Sonnenstunde an diesem Tag. Die Regel für den 6. Februar stimmte in diesem Jahr nicht: „Sankt Dorothee bringt meist Schnee“.

Friert das Kalb noch in der Kuh?

„Schließt Petrus (22. Februar) die Wärme auf und Matthias (24. Februar) dann wieder zu, friert das Kalb noch in der Kuh“. Warm war es an Petri Stuhlfeier, einem Fest, das daran erinnert, dass Apostel Petrus den römischen Bischofsstuhl übernommen hat. Die Durchschnittstemperatur lag bei 9,6 Grad Celsius. An dem Tag für den Apostel St. Matthias, 24. Februar, kühlte es mit durchschnittlich 6,6 Grad nicht wirklich ab. Die Kälbchen mussten also nicht frieren.

Die Bibel und das Wetter

Schon in der Bibel gab es weise Sprüche zum Wetter, wie beim Propheten Lukas, 12, 54: „Er (Jesus, Anm. d. Red.) sprach aber zu der Menge: Wenn ihr eine Wolke aufsteigen seht im Westen, so sagt ihr gleich: Es gibt Regen. Und es geschieht so.“

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