Fensterbohrer-Prozess

Handy-Funkspuren führten zum Diebesgut

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Waltrop - Im Prozess gegen den „Fensterbohrer von Waltrop“ ist enthüllt worden, wie die polizeiliche Ermittlungsgruppe „Drill“ auf die Spur der Einbrecher gekommen ist. Es waren Funk-Spuren gestohlener Handys, die die Polizei zur Asylbewerberunterkunft „Am Schwarzbach“ gelenkt hatten.

„Die Geräte aus dem Diebesgut konnten bis noch zu dem Flüchtlingsheim verfolgt werden. Dann waren sie irgendwann ausgeschaltet worden“, erinnerte sich eine Kriminalbeamtin am Dienstag als Zeugin am Bochumer Landgericht. Bei einer anschließenden Razzia in mehreren Zimmern der Asylbewerberunterkunft „Am Schwarzbach“ konnten damals noch zahlreiche Beutestücke aus vorherigen Einbrüchen sichergestellt werden. Der Benutzer eines georteten Handys aus einem Einbruchs-Coup in Brambauer hatte gegenüber der Polizei sofort Auskunft über die Herkunft gegeben. „Der Mann aus Osteuropa hat uns erklärt, dass er das Mobilfunktelefon kurz vorher für 50 Euro von einem anderen Bewohner gekauft hat“, so die Polizistin. Dabei habe der Asylbewerber zugegeben, dass das angekaufte Gerät gestohlen sei. Auch an den jetzt Angeklagten, der damals gemeinsam mit seinem Cousin offenbar ohne Registrierung (und unter Verwendung eines Alias-Namen) bei Bekannten in dem Heim übernachtet hatte, hatte der Handy-Besitzer eine Erinnerung. „Das ganze Heim wusste, dass die beiden Einbrecher waren. Ich weiß, dass sie immer die ganze Nacht unterwegs waren.“

Weitreichendes Geständnis

Der Angeklagte hatte zuletzt über seinen Verteidiger ein weitreichendes Geständnis abgelegt und zwölf von 13 angeklagten Taten zugegeben – jene in Waltrop, Lünen und Sachsen, nicht aber die in Dortmund. Sein Komplize war vor zwei Jahren zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt worden. In Waltrop waren unter anderem Häuser an der Unterlippe, „Am Prozessionsweg“, „Am Stadtgarten“ und an der Gasstraße betroffen. Stand jetzt soll ein Urteil am 7. Juni verkündet werden.

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