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Das Landgericht in Bochum.

"Fensterbohrer"-Urteil ist gesprochen

Profi-Einbrecher waren vor ihrem größten Coup eigens aus der Heimat eingeflogen

Waltrop - Jetzt hat es auch den zweiten „Fensterbohrer“ erwischt: Das Bochumer Landgericht hat am Freitag einen Profi-Einbrecher zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt. Der 41-Jährige war vor drei Jahren mit einem bereits verurteilten Komplizen in Waltrop und Umgebung in Serie in Wohnhäuser eingestiegen – einige Opfer werden bis heute noch täglich von Angst verfolgt.

Bis zum Januar 2016 waren der 41-Jährige und sein (bereits Mitte 2017 ebenfalls zu viereinhalb Jahren Haft verurteilter) Cousin regelmäßig nachts von der Asylbewerberunterkunft „Am Schwarzbach“ ausgeschwärmt. Laut Urteil trugen die Männer damals stets dunkle Kleidung, waren fast immer auf Rädern unterwegs und hatten vor allem auch noch eins: Sie hatten einen Mini-Bohrer dabei.

Bewohner lagen in ihren Betten

Hielten sie ein Wohnhaus für geeignet, wurde nicht lange gefackelt: Mithilfe eines kleinen Bohrlochs an Fenstern oder Türen drangen die Täter in die Wohnhäuser ein. Dass Bewohner in ihren Betten lagen und schliefen störte das Duo nicht. Die Bohrloch-Einbrecher nahmen vor allem Bargeld, Schmuck und transportable Elektrogeräte mit. Die Tatorte lagen in Waltrop und Lünen.

Eine betroffene Hausbesitzerin aus Waltrop ist inzwischen bereits verstorben. Die alte Dame hatte 2017 im Prozess gegen den Cousin des jetzt Angeklagten als Zeugin noch von Angstzuständen berichtet. Zwei weitere Hausbesitzer leiden bis heute unter erheblichen psychischen Folgen und können, so Richterin Katharina Mellis, „trotz Aufrüstung der Sicherungsmaßnahmen bis heute nicht ohne Beruhigungsmittel schlafen“.

Täter war weitgehend geständig

Laut Urteil haben sich die Einbrecher aus Albanien damals über den Jahreswechsel auf 2016 sogar einen Heimaturlaub gegönnt. Nachdem sie Anfang Januar über den Flughafen Dortmund wieder eingeflogen waren, folgte am 7. Januar 2016 die Tat mit der größten Beute. In einem Waltroper Wohnhaus unweit vom Datteln-Hamm-Kanal räumten die Täter Beutestücke im Wert von fast 20.000 Euro ab. Dem jetzt Angeklagten war anders als seinem Cousin zunächst die Flucht ins Ausland gelungen. Das erklärt den Zeitabstand zwischen den „Fensterbohrer-Prozessen“. Erst im Dezember 2018 konnte der 41-Jährige festgenommen werden, sitzt seitdem in U-Haft. Im Prozess war er weitgehend geständig.

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