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Die Kirche St. Peter wurde beim Brand im Jahre 1873 stark in Mitleidenschaft gezogen. Ihre jetzige äußere Gestalt erhielt die Kirche laut Chronik im Jahr 1929.

Feuer von Notre-Dame

Auch in Waltrop brannte einst die Kirche

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Waltrop - Als am Montagabend die weltberühmte Kathedrale Notre-Dame in Paris brannte, da schauten auch hierzulande Menschen mit Schrecken auf das Inferno in der französischen Hauptstadt.

Zwar mehrere Nummern kleiner, für die Waltroper aber dennoch von großer Bedeutung ist die Pfarrkirche St. Peter. Auch die wurde bekanntlich einst Opfer eines Brandes. Am 28. Mai 1783 schlug der Blitz in den Turm ein. Norbert Frey, Vorsitzender des Heimatvereins, hat ein Buch über Vikar Dorfmüller geschrieben, der seinerseits über den Brand aus alten Kirchenunterlagen einiges niedergeschrieben hat.

"Schauriger Anblick"

Diese Notizen hat Frey in seinem Buch verarbeitet. „Das Feuer griff um sich“, heißt es in den Aufzeichnungen. „Ein schauriger Anblick, als der hohe, weit in der Umgegend sichtbare Turm, in hellen Flammen stand! Bald sah man das Kreuz und die Uhrglocke herabstürzen. Man wollte die Glocken noch retten; doch wer helfen sollte, sah den Tod vor sich.“ Die vier Glocken schmolzen in der Brandhitze, aber glücklicherweise blieb das Innere der Kirche unversehrt – Gottesdienste konnten weiter gefeiert werden.

VHS-Leiter studierte in Paris

Eine besonderen Bezug zu dem Geschehen hat auch Clemens Schmale, Leiter der Volkshochschule Waltrop. Nicht nur, dass er selbst vor einiger Zeit einen Vortrag über Montmartre, eines der meistbesuchten und bekanntesten Viertel in Paris, gehalten hat, sondern im Sommer ist auch eine VHS-Radtour von Paris aus nach London geplant, genau wie eine Kunstreise Ende Mai.

"Sehenswürdigkeit Nummer 1"

Schmale hat während seines Studiums in den Jahren 1980/81 in Paris gelebt und weiß nicht nur deswegen um die Bedeutung von Notre-Dame: „Das ist Sehenswürdigkeit Nummer 1“, sagt er, „noch vor Eiffelturm und Sacré-Cœur“, der berühmten Wallfahrtskirche auf dem Montmartre. „Notre-Dame ist zudem so ziemlich das Älteste, was Paris zu bieten hat“, sie markiere den Ausgangspunkt der Siedlungsgeschichte von Paris, und von hier aus würden alle Distanzen gemessen. Für die Franzosen habe die Kathedrale eine unglaubliche Bedeutung, „das ist das Herzstück“.

"Heidenrespekt" vor der Leistung der Feuerwehr

Jochen Möcklinghoff, Sprecher der Waltroper Feuerwehr, schildert indes, seine Eindrücke hätten sich irgendwo zwischen „schockiert“ und „beeindruckt von den Bildern“, die aus Paris übertragen wurden, bewegt. Natürlich habe er auch nur die Fernsehbilder gesehen, aber aus seiner Sicht habe die Pariser Feuerwehr „supergute Arbeit“ geleistet. „Trotz aller Ausbildung wird da bei jedem auch eine gehörige Portion Respekt vor dem Feuer dabei gewesen sein“, so Möcklinghoff. Er habe seinerseits einen Heidenrespekt vor dem, was die Kollegen in Paris geleistet haben. „Das ist keine Selbstverständlichkeit.“ Er habe den Rauch über der Kathedrale aufsteigen sehen und zunächst befürchtet: „Die Türme werden die nicht halten können.“ Doch genau das gelang den Pariser Kollegen.

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