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Ein gestelltes Foto, aber keineswegs unrealistisch: Stadtbrandinspektor Andreas Pust hat an der Knappenstraße große Mühe, mit dem Löschfahrzeug an einem geparkten Auto vorbeizukommen.

Feuerwehr will Verständnis schaffen

Falschparker bekommen Zettel ans Auto

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Waltrop - Tagsüber geht’s noch, aber wenn morgens und abends die Anwohner zu Hause sind, ist mancher Straßenzug zugeparkt. Im Einsatzfall ein Problem für die Feuerwehr. Die hat daher jetzt eine Aktion gestartet.

Klöcknersiedlung, Im Sauerfeld, aber auch Neubaugebiete wie der Altenbruch – Waltroper Feuerwehrleuten fällt so mancher Straßenzug ein, wenn man sie fragt, wo es eng wird für ihre Einsatzfahrzeuge. Wenn zusätzlich zur baulichen Enge die Bürger noch falsch parken, gibt es kaum noch ein Durchkommen.

Gemeinsam mit dem Ordnungsamt

Das will die Feuerwehr jetzt noch einmal zum Thema machen. Es gehe darum, aufzuklären und nicht darum, zu sanktionieren, sagt Wehr-Chef Detlef Tzschackert. Gemeinsam mit dem Ordnungsamt hat sich die Feuerwehr etwas überlegt, um darauf aufmerksam zu machen, dass sie Platz braucht, um Hilfe leisten zu können: Falschparker finden in den kommenden Tagen nach dem Vorbild vieler anderer Städte Flyer mit dem wichtigen Hinweis auf den notwendigen und gesetzlich vorgeschriebenen Abstand beim Parken an ihrer Windschutzscheibe. Und die Vorschriften in der Straßenverkehrsordnung sind eindeutig: Zwischen einem parkenden Auto und der gegenüberliegenden Fahrbahnbegrenzung oder einem anderen Hindernis – etwa einem gegenüber parkenden Fahrzeug – muss eine Fahrbahnbreite von mindestens drei Metern verbleiben.

Wertvoller Zeit geht verloren

„Helfen Sie uns! Im Notfall können richtiges Parken und somit schnelle Hilfe Leben retten!“ – dass dieser Appell das Thema keineswegs zu sehr dramatisiert, zeigen Beispiele von Einsatzkräften, die mit Sack und Pack zum Einsatzort laufen müssen, weil ihre Fahrzeuge nicht durchkommen. Was da an wertvoller Zeit verloren geht, kann sich jeder ausmalen. Auch in Köln, Düsseldorf und Mülheim macht die Feuerwehr mit öffentlichkeitswirksamen Aktionen auf das Problem aufmerksam, aber es ist nicht nur ein Großstadt-Thema. Die Flyer-Aktion gab es zum Beispiel auch schon in Castrop-Rauxel. Das Problem hat mehrere Aspekte. Der wichtigste: Es gibt immer mehr Autos, die werden zudem noch immer breiter (Stichwort: Trend zu den SUVs). Feuerwehr und Ordnungsamt wollen es also nun im Guten versuchen , aber wenn es nicht anders geht, können sie auch anders – abschleppen lassen zum Beispiel. Im akuten Fall ist damit freilich keine Abhilfe geschaffen: Es dauert, bis der Abschleppdienst da ist.

Wer zahlt im Schadensfall?

Und: Wenn Feuerwehrautos im Einsatz einen Schaden an einem falsch geparkten Auto verursachen, bleiben die Kosten bei der öffentlichen Hand hängen, berichtete vor einer Weile die Lokalzeitung in Düsseldorf. Das bewegte Fahrzeug gilt laut Verkehrsrecht als Unfallverursacher. Zwar könne man versuchen, eine Teilschuld des Parkers einzuklagen, die Kosten seien aber mitunter höher, als wenn man einfach den Schaden übernehme.

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