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Getraut gleich gespart? Ja, aber nicht immer

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Waltrop - Im Dezember lassen sich in Waltrop etwa so viele Paare trauen wie im April und September. Ob der landläufige Gedanke stimmt, dass man durch eine Hochzeit im Dezember noch mal saftig Steuern spart, erklärt der Waltroper Steuerberater Rainer Möllmann.

Grau, regnerisch, kühl und ungemütlich war es an diesem Freitag. Das perfekte Hochzeitswetter? Für viele wohl eher nicht. Die Wahrscheinlichkeit für gutes Wetter ist in den Sommermonaten deutlich höher. Doch trotzdem treten im Dezember – nach aktueller Planung – elf Paare vor den Traualtar, berichtet Standesbeamtin Elvira Streit. Um sich steuerliche Vorteile zu sichern? Darüber könnte die Standesbeamtin nur spekulieren. „Die vergangenen zwei Jahre war der Dezember schon nicht mehr so beliebt wie davor“, sagt Elvira Streit. Generell seien die Wintermonate nicht so begehrt. Im Januar fand lediglich eine Trauung statt, im Februar und März jeweils neun und im November sieben Trauungen. Für Dezember sind elf Vermählungen in der Stadt Waltrop geplant. Im Frühjahr und Sommer gaben sich deutlich mehr Paare das Jawort. Im Mai gingen 17 Paare in Waltrop den Bund der Ehe ein, im Juni waren es 14, im Juli 13. Der Spitzenmonat war der August: Gleich 23 Paare ließen sich in Waltrop trauen.

Dabei sind zwei Daten besonders auffällig, die gut zu merken sind:

Am 8.8.2018 gaben sich drei Paare das Jawort. Das seien für einen Mittwoch relativ viele, so Elvira Streit. Sogar fünf Paare trauten sich am 18.8.2018. Das Datum spielt für einige eine besondere Rolle. So wie zum Beispiel für die Fußballfans Matthias Reß (41) und Silke Weißfuß (33), über die wir berichteten. Sie wählten den 04.09. Besonders insofern, weil die Braut Fan von Schalke 04 ist und der Bräutigam mit dem BVB 09 fiebert. So sollten sich die Zahlen der Fußballbundesligisten auch in ihrem Hochzeitsdatum wiederfinden.

Der Hochzeitsmonat kann aber auch finanziell eine Rolle spielen, weiß Steuerberater Rainer Möllmann von der Waltroper Steuerberatungssozietät Hans Hanisch – Rainer Möllmann – Stephan Hosnowsky. Grundsätzlich sagt er, werde auch eine Eheschließung im Dezember noch rückwirkend für das ganze Jahr bei der Steuererklärung berücksichtigt. „Aber es sollte auf keinen Fall der Rat sein, zu heiraten, um noch Steuervorteile zu erhalten“, sagt er.

Es kommt aufs Einkommen an

Ob sich die Ehe steuerlich lohne, komme immer auf den Einzelfall an, berichtet Möllmann. Verdienen beide Partner etwa gleich viel, bleibe die Steuer auch etwa gleich hoch. Hat einer der beiden keine Einkünfte, der Partner allerdings ein gutes Gehalt, würde sich das „sehr positiv auswirken“, berichtet der Steuerberater. Der Wechsel von Steuerklasse I in Steuerklasse III bringe mit sich, dass der Grundfreibetrag doppelt berücksichtigt werde. „Dadurch kann durchaus eine hohe Steuererstattung anfallen“, erklärt Rainer Möllmann.

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