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Schauspielerin Christine Sommer trug beim Frauenfrühstück Texte von und über Rosa Luxemburg vor.

Frauenfrühstück im Yahoo

Frauen lauschen gebannt Christine Sommer

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Waltrop - Erst Geschirrklappern und Frauenstimmengewirr, dazwischen Saxophonklänge und anschließend ein packender Vortrag von Schauspielerin Christine Sommer: Das war im „Yahoo“ beim traditionellen Frauenfrühstück aus Anlasss des internationalen Frauentags zu hören.

Heute würden Frauen in Deutschland ihr Abitur machen, studieren, promovieren, wählen gehen, sie arbeiteten in der Industrie, dozierten an der Uni oder debattierten im Bundestag, sagte Bürgermeisterin Nicole Moenikes in ihren eröffnenden Worten. Das klinge heute banal, sei aber vor 100 Jahren eine Utopie für die meisten Frauen in Deutschland gewesen – und überdies sei all dies in vielen Ländern leider noch heute keine Selbstverständlichkeit.

Erinnerung an Hedwig Monzel

Patricia Neuhaus, Gleichstellungsbeauftragte der Stadtverwaltung, hatte zuvor an das Frauenwahlrecht und an Kämpferinnen für die Sache der Frauen erinnert – zum Beispiel an die erste Frau in der Waltroper Gemeindevertretung (Hedwig Monzel, SPD; 1919), aber auch Frauen wie an Rosa Luxemburg. Die nämlich stand im Mittelpunkt des Vortrags von Schauspielerin Christine Sommer. „Ich habe auch ein locker-flockiges Frauentags-Programm auf Lager“, erklärte die Recklinghäuserin. Doch sei Rosa Luxemburg es allemal wert, eingehend gewürdigt zu werden – zumal sich am 15. Januar ihr Todestag zum 100. Mal jährte.

Mehr als nur ein Vortrag

Mäuschenstill waren die gut 65 Frauen im großen Saal des Yahoo, denn Christine Sommers Beitrag war weit mehr als nur ein Vortrag – eher ein kleines Schauspiel. Rosa Luxemburg sei eine bemerkenswerte Frau gewesen, eine mitreißende Politikerin genauso wie eine warmherzige Freundin, skizzierte Christine Sommer. Zeit ihres Lebens habe sich die in Polen geborene Tochter eines Holzhändlers gegen Terror und gegen Blutvergießen ausgesprochen – und sei doch am Ende selbst von der Gewalt eingeholt worden.

"Munition aus Worten"

„Sie galt als Bürgerschreck und Gefahr; ihre Munition bestand aus Worten, ihre schärfste Waffe war ihr Verstand“, schilderte Christine Sommer, die ihrerseits mit ihren Worten die Persönlichkeit von Rosa Luxemburg lebendig und greifbar werden ließ. Ein wenig „Verschnaufpause“ bei der doch eindringlichen Kost bot die Musik von „Blasfemin“: Vier Frauen, vier Saxophone, die abwechselnd jede Menge „Wumms“ in den Saal brachten, aber auch verhaltenere Töne beisteuerten.

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