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Symbolbild: Der Dortmund-Ems-Kanal in Waltrop

Im Gebüsch am Kanal

Zwei Waltroper sollen Mädchen vergewaltigt und alles gefilmt haben

Waltrop - Ein Jahr nach einer mutmaßlichen Vergewaltigung am Kanal müssen sich seit Freitag zwei 16 und 19 Jahre alte Waltroper vor dem Bochumer Landgericht verantworten. Die Vorwürfe machen sprachlos.

Das Duo soll am 7. Mai 2018 in einem Gebüsch am Dortmund-Ems-Kanal auf Höhe der Viktorstraße abwechselnd über eine von Alkohol völlig benebelte Frau hergefallen sein – dabei sollen die Übergriffe vom jeweils anderen sogar auch noch mit dem Handy gefilmt worden sein.

Furchtbar erniedrigende und demütigende Szenen

Die Anklageschrift schildert furchtbar erniedrigende und demütigende Szenen: Die beiden Teenager sollen gegen Nachmittag zunächst gemeinsam mit dem späteren Opfer am Kanal eine Art Saufgelage abgehalten haben. Als die junge Frau dann im Laufe der Zeit körperlich immer mehr abgebaut haben soll, soll das Duo diese Gelegenheit schamlos für sexuelle Handlungen ausgenutzt haben. Die Frau war dabei laut Staatsanwaltschaft „in einem nahezu bewusstlosen Zustand“. Wörtlich heißt es in der Anklageschrift: „Sie hatte keine Kontrolle mehr über ihren Körper.“

Was die Angeklagten mit der jungen Frau dann nach und nach angestellt haben sollen, gleicht einem absoluten Albtraum. Abwechselnd soll mal der 16-Jährige und mal der 19-Jährige die zwischendurch teilweise völlig kraftlos in sich zusammengesackte Frau vergewaltigt haben. Parallel sollen die demütigenden Gewaltszenen vom jeweils gerade nicht sexuell handelnden Täter auf einem Mobiltelefon gefilmt worden sein.

Weitere Anklage gegen 16-Jährigen

Gegen den 16-jährigen Waltroper wurde am Freitag darüber hinaus noch eine weitere Anklageschrift verlesen. Auch hier geht es neben sexuellen Missbrauchs von Kindern um Vergewaltigung. Am 12. Oktober 2017 soll der damals erst 14 Jahre alte Waltroper ein minderjähriges Mädchen – in Kenntnis des Alters der 13-Jährigen - in Waltrop in einem Garten auf einer Wiese sexuell missbraucht haben. Laut Anklage soll das Mädchen während der Vergewaltigung „deutlich hörbar“ geweint haben.

Zum Prozessauftakt vor der 8. Jugendstrafkammer haben sich die beiden Waltroper noch nicht zu den Anschuldigungen geäußert. Ihre Verteidiger erklärten je­doch, dass sich das am nächsten Prozesstag ändern soll und beide prinzipiell bereit sind, zu den Tatvorwürfen Stellung zu beziehen. Für den Prozess sind aktuell noch drei Verhandlungstag bis zum 18. Juni anberaumt.

Jugend- oder Erwachsenenstrafrecht?

Fest steht schon jetzt: Für den 16-jährigen Angeklagten ist als „Jugendlicher“ im Falle einer Verurteilung die Anwendung von Jugendstrafrecht in jedem Fall zwingend. Der drei Jahre ältere Mitangeklagte könnte als „Heranwachsender“ bei Fest­stellung einer Straftat sowohl nach Jugend- als auch nach Erwachsenenstrafrecht verurteilt werden. Die Mindeststrafe für eine Vergewaltigung liegt bei zwei Jahren Haft.

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