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Carmen Schwandt vor dem unbenannten Reihengrab ihrer verstorbenen Schwester. Noch immer steht dort nur ein Holz-Kreuz.

Es geht um ein Grabmal

Unsägliches Warten auf eine Genehmigung

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Waltrop - Es ist eine Mischung aus Wut, Unverständnis und Verzweiflung, die Carmen Schwandt und ihre Familie seit inzwischen vier Monaten umtreibt. Dabei geht es um ein besonders sensibles Thema: den Grabstein ihrer verstorbenen Schwester.

Seit April wartet die Familie inzwischen darauf, dass die Stadtverwaltung das Aufstellen genehmigt. Bislang allerdings werden Carmen Schwandt und ihre Angehörigen mit immer neuen Begründungen aus dem Rathaus vertröstet. „Wir sind schockiert und sehr traurig, dass die Stadt Waltrop bei diesem sensiblen Thema so mit einem umgeht“, sagt Carmen Schwand, die davon bitter enttäuscht ist. „Offenbar versteht da niemand, dass so etwas wichtig für eine Familie ist.“

Immer wieder vertröstet

Mehrfach haben Carmen Schwandt und andere Angehörige schon im Rathaus angerufen, das letzte Mal vergangene Woche. „Da sagte man uns, dass der zuständige Mitarbeiter bis zum 3. August im Urlaub ist“, berichtet die Waltroperin. Es war der berühmte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte. Denn die Liste an Begründungen, warum der Grabmalantrag noch immer nicht genehmigt ist, wurde immer länger.

„Zuerst soll der zuständige Mitarbeiter krank gewesen sein, dann wurden wir auf den 2. Juli verwiesen. Anfang Juli wurde dann gesagt, die Genehmigung geht in den nächsten Tagen raus. Wieder ist nichts passiert. Dann haben wir vor zwei Wochen noch mal angerufen. Da hieß es, die Genehmigung liegt ganz unten, wird jetzt aber vorrangig behandelt. Wieder ist nichts passiert – und jetzt das!“, echauffiert sich Carmen Schwandt. Auf Nachfrage unserer Redaktion bestätigt der städtische Rechtsrat Stefan Schlarb, dass ein Grabmalantrag eingegangen ist. Seinen Angaben zur Folge gebe es „Probleme mit dem Material der Bodenplatte.“ Die beantragte Platte sei nur sechs Zentimeter dick. Laut der Vorschriften müsse so eine Platte aber mindestens 10-12cm dick sein, erklärt Schlarb. Grundsätzlich sei es aber nicht ungewöhnlich, dass so eine Genehmigung einige Zeit in Anspruch nehme. Schlarb sagt weiter, dass man sich inzwischen mit dem Steinmetz in Verbindung gesetzt habe, um das Problem zu lösen.

Falsche Höhe?

Carmen Schwandt hört diese Begründung zum ersten Mal. Von einem Problem mit der Steindicke weiß sie nichts. „Das wurde uns auch nie gesagt, sonst hätte man das ja klären können.“ Indes beschleicht die Familie jedoch das Gefühl, dass es sich hier erneut um eine Ausrede handelt. Denn Fakt ist: Etliche Grabmale im unmittelbaren Umfeld zum Grab ihrer Schwester haben auch dünnere Bodenplatten; einige sind 5 cm dick, einige 8 cm. Das beweist der Zollstock.

Zwischen der 32. und 33. Kalenderwoche könne die Genehmigung wohl erteilt werden, stellt indes Stefan Schlarb in Aussicht. Wie dick die Bodenplatte des Grabmahles dann ist, bleibt abzuwarten.

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