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Vor 20 Jahren wurde der Euro als Buchgeld eingeführt. Drei Jahre später gab es das Bargeld.

Geldfälschung

Angeklagtem schmeckt Pizza-Urteil nicht

WALTROP - Einer der Angeklagten bezahlte mit falschen Hundertern. Jetzt legt er Berufung gegen die Verurteilung ein.

Für diese Summe hätten sich die Freunde ihre Pizza wahrscheinlich sogar vergolden lassen können. Den beiden wurde vorgeworfen, an einem Tag im Sommer 2017 gleich zweimal Pizza geordert und diese jeweils mit einem falschen Hunderter bezahlt zu haben. Schauplatz war, neben einem Schulhof in Waltrop, auch der Pausenhof der Fridtjof-Nansen-Realschule an der Lange Straße in Castrop-Rauxel (wir berichteten). Einer der beiden Pizzafans, ein 27-jähriger Mann aus Nordkirchen, stand wegen des Betrugs jetzt vor dem Amtsgericht in Castrop-Rauxel.

Angeklagter beteuert Unschuld

Dem Amtsrichter hatte er in der Hauptverhandlung beteuert, dass er sehr gerne und oft Pizza esse. Dass er diese auch mal mit einem Hunderte bezahle, fand er nicht ungewöhnlich. „Weiß nicht, woher die Scheine waren, Geld kommt und geht“, hatte er erklärt und alle Schuld von sich gewiesen, neben den Pizzen noch das Wechselgeld ergaunert zu haben.

Waltroper Fahrer entlarvte Schwindel

Doch eine preiswerte Fastfood-Mahlzeit mit einem Hunderter zu bezahlen, ist eben nicht an der Tagesordnung. Das hatten auch die beiden Fahrer der Pizzadienste in Waltrop und Castrop-Rauxel so gesehen, die Hunderter dennoch akzeptiert. Der Schwindel fiel umgehend auf, als der Waltroper Fahrer kurz nach der Lieferung an einer Tankstelle mit eben diesem Hunderter den Sprit bezahlen wollte. Sein Castrop-Rauxeler Kollege machte diese bittere Erfahrung, als er am Tag nach der Einnahme in einem Bekleidungsgeschäft hören musste, dass der Schein gefälscht war – was Überprüfungen bei einer Bank schnell bestätigten. Weil der Castrop-Rauxeler Pizzabäcker bei jeder telefonischen Bestellung die Nummer des Auftraggebers notiert, konnte der Angeklagte ermittelt werden.

Geldstrafe

In der Fortsetzungsverhandlung wurde nun noch der Fahrer seiner Pizzeria angehört, der den Angeklagten bereits bei der Lichtbildvorlage durch die Polizei ziemlich sicher identifiziert hatte. Dann fiel das Urteil. Der 27-jährige Angeklagte wurde zu einer Geldstrafe über 130 Tagessätze zu je 30 Euro verurteilt. Macht 3900 Euro. Viel Geld für vier Pizzen, auch wenn sich die beiden das Wechselgeld eingesackt hatten. Die Mahlzeiten kommen den Angeklagten also in Nachhinein teuer zu stehen. Finanziell wie auch durch die erhebliche Vorstrafe, die auf einem polizeilichen Führungszeugnis erscheinen wird. Das schmeckte dem Angeklagten gar nicht. Er hat, so die Auskunft des Richters, bereits Berufung gegen dieses Urteil eingelegt.

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