+
Symbolbild

Gemeinde St. Peter

Ein Konzept gegen sexuellen Missbrauch

  • schließen

Waltrop - Ein Schutzkonzept gegen Missbrauch gibt es nun auch in der Gemeinde St. Peter. In Waltrop gab es einen nachgewiesenen Fall 1967.

Seit dem Jahr 2010 kamen nach und nach Fälle sexuellen Missbrauchs in der katholischen Kirche ans Licht der Öffentlichkeit. Auch Waltrop kann sich nicht davon freisprechen – auch wenn der Fall bereits mehr als 50 Jahre zurückliegt. Im Mai 1968 wurde Kaplan Heinz Pottbäcker, der erst 1967 seinen Dienst in Waltrop antrat, vom Landgericht Bochum wegen Unzucht mit einem neunjährigen Kind zu neun Monaten Gefängnis auf Bewährung verurteilt und verließ Waltrop.

„St. Peter soll ein sicherer Ort sein"

Damit sich ein solcher Fall niemals wiederholt, hat die Kirchengemeinde St. Peter ein „Institutionelles Schutzkonzept“ entwickelt. Es dient ab sofort der Prävention gegen sexualisierte Gewalt an Kindern, Jugendlichen sowie schutz- und hilfebedürftigen Erwachsenen in der Pfarrei.

„St. Peter soll ein sicherer Ort für Kinder, Jugendliche und Schutzbefohlene sein“, sagt der Leitende Pfarrer Dr. Carsten Roeger. Mitgeschrieben an dem Konzept hat auch der Waltroper Josef Schlierkamp. Er ist Präventionsfachkraft beim Caritasverband Recklinghausen sowie Schulungsreferent, ausgebildet und anerkannt von der Präventionsstelle beim Bistum Münster. „Vieles davon ist selbstverständlich“, sagt Schlierkamp über das auf Waltrop zugeschnittene Konzept. Ziel sei es, Achtsamkeit zu fördern und sexualisierte Gewalt zu verhindern.

Risiko-Analyse hilft

Nach den Sommerferien 2018 ging es mit der Risiko-Analyse los. Für alle, die mit Kommunionkindern sowie Kinder- und Jugendchor zu tun haben, war Roeger zuständig. Pastoralreferent Johannes Linke steuerte Erfahrungen aus Jugendgruppen und Ferienlagern bei, Silke Snelting als Verbundleiterin aller fünf Kitas in katholischer Trägerschaft ihre Aspekte, Maria Gaida-Greger die Erfahrungen aus der Flüchtlingshilfe. Ebenfalls wirkten Dr. Carol Willibald-Beitinger vom Pfarreirat und Dorothee Schomberg vom Kirchenvorstand mit.

Seit etwa sechs Jahren müssen die haupt- und ehrenamtlichen Kräfte, die Kontakt mit Kindern, Jugendlichen sowie schutz- und hilfebedürftigen Erwachsenen haben, verpflichtend an Präventionsschulungen teilnehmen. Auch in den fünf Kitas mit 370 Kindern seien alle Mitarbeitenden geschult worden, berichtet Silke Snelting. Eine Besonderheit sei in Waltrop, dass die Kitas ebenfalls im Konzept der Gemeinde berücksichtigt werden mussten.

Erweitertes Führungszeugnis alle fünf Jahre

Wer in St. Peter tätig ist, wird also regelmäßig, laut Konzept mindestens alle fünf Jahre, geschult und unterschreibt, sich an den Verhaltenskodex zu halten. Zudem lässt sich der Leitende Pfarrer alle fünf Jahre ein erweitertes Führungszeugnis von Haupt- und Nebenberuflern sowie regelmäßig tätigen Honorarkräften vorlegen. Das Konzept wird im Gemeindebüro und auf der Internetseite öffentlich zugänglich gemacht.

Beschwerden über sexuelle Übergriffe oder Missbrauch können z.B. an Snelting, Roeger oder Schlierkamp gemeldet werden. Gemeinsam mit Johannes Linke bilden sie das Kriseninterventionsteam, das potenzielle Fälle dokumentiert und und dem Bistum meldet – bei tatsächlichen Anhaltspunkten auch den staatlichen Strafbehörden.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Meistgelesen

Zurück zur Normalität - Kehrt an der Kreisliga- Tabellenspitze die Spannung zurück?
Zurück zur Normalität - Kehrt an der Kreisliga- Tabellenspitze die Spannung zurück?
Schwerer Brand an der Deitermann-Villa: Wer hat das Feuer gelegt?
Schwerer Brand an der Deitermann-Villa: Wer hat das Feuer gelegt?
FC Marl will den siebten Bezirksliga-Sieg in Folge
FC Marl will den siebten Bezirksliga-Sieg in Folge
Eklat bei Klima-Demo: Grünen-Ratsherr stört mit "Scheiße"-Zwischenrufen
Eklat bei Klima-Demo: Grünen-Ratsherr stört mit "Scheiße"-Zwischenrufen
„Peinlich“ und „lächerlich“: Heftige Reaktionen auf Hoeneß-Wutrede zu Neuer und ter Stegen
„Peinlich“ und „lächerlich“: Heftige Reaktionen auf Hoeneß-Wutrede zu Neuer und ter Stegen

Kommentare